Die Dreizehnte Fee: Erwachen – Julia Adrian

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1132 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 213 Seiten
ISBN-Quelle für Seitenzahl: 373754252X
Verlag: neobooks Self-Publishing
Erscheinungstag: 20. Juli 2015
Sprache: Deutsch
ASIN: B00W69O9UA
Genre: Märchen, Sagen und Legenden

© Alle Rechte am Coverbild liegen beim Verlag/Autor.

 

Klappentext:

Ich bin nicht Schneewittchen.
Ich bin die böse Königin.

Für tausend Jahre schlief die Dreizehnte Fee den Dornröschenschlaf, jetzt ist sie wach und sinnt auf Rache. Eine tödliche Jagd beginnt, die nur einer überleben kann. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Hexenjäger erkundet sie eine Welt, die ihr fremd geworden ist. Und sie lernt, dass es mehr gibt als den Wunsch nach Vergeltung.

»Kennst du das Märchen von Hänsel und Gretel?«, frage ich flüsternd.
Er braucht mir nicht zu antworten, er weiß, dass nicht alle Märchen wahr sind. Nicht ganz zumindest.
Es gibt keine Happy Ends, es gab sie nie. Für keine von uns.

 

Meinung zum Buch:

Ich bin gestern auf meinem Tablet im Rahmen einer E-Book Aktion unter insgesamt 30 Werken auf das Buch gestoßen und habe spontan zugegriffen. Das Cover und der Titel fallen bei der Bewertung für mich zwar grundsätzlich nicht ins Gewicht, verdienen allerdings eine Erwähnung. Ich finde zum Märchenthema passt das Cover ausgesprochen gut. Es ist mit den Farben sehr schlicht und dennoch stark. Der Titel war der eigentliche Grund für mein Interesse, da die 13. Fee mich an Dornröschen und Malefiz denken ließ. Beim Lesen stieß ich dann zumindest auf eines von beidem.

Die Geschichte startet mit dem Erwachen der dreizehnten Fee, die Dornröschens Platz aus dem traditionellen Märchen eingenommen hat und von einem Prinzen wachgeküsst wird. Sie hegt Rachegelüste gegen die, die ihr das antaten und versucht diese mithilfe des Hexenjägers in die Tat umzusetzen. Von da an begleitet der Leser die beiden auf ihrem gemeinsamen Rachefeldzug, der Unerwartetes auf den Plan ruft.

Die Handlung war wirklich sehr unterhaltend und gut durchdacht. Es hat mir wirklich Spaß gemacht der Geschichte zu folgen und Anspielungen auf andere Märchen über Dornröschen hinaus zu entdecken. So kommen Hänsel und Gretel (was ich klasse fand!) u. a. im Märchen vor. Die Idee allgemein war sehr gelungen, allerdings verlief mir die ganze Handlung etwas zu schnell und war dementsprechend für meinen Geschmack zu sehr gestrafft. Hier hätten kleine, ruhigere Szenen evtl. ausgeholfen, um das Tempo ein wenig rauszunehmen.

Zu schnell – und besonders zu seltsam – verlief mir die Personenentwicklung und die der Hauptcharaktere. Wir sind hier im Märchen, das ist wahr, aber dennoch wurde ich weder mit Lilith (der 13. Fee) noch mit dem Hexenjäger besonders warm. Sie haben beide nicht gerade nachvollziehbar gehandelt – besonders der Jäger hat das ein oder andere Fragezeichen in meinem Kopf hervorgerufen, wo ich mir dachte, was ist mit ihm falsch. Auch die Fee wirkte irgendwie gewollt und so gar nicht greifbar. Sie war manchmal überaus anstrengend. Mir war sie viel zu gefühlsduselig. Klar, darum geht’s ja hauptsächlich, aber ich hatte das Gefühl, dass sie es übertreibt. Wäre sie ein Teenager, hätte mich das nicht gestört, aber sie ist eine gestürzte Königin und uralt. Dafür war sie zu verweichlicht. Am Ende wurde mir einiges klar, aber da war dann auch schon leider das Buch zuende.

Mich irritierte zudem in diesem Buch die Erzählerperspektive, da sie mit den herkömmlichen Märchen bricht, was grundsätzlich OK ist, das tut das Buch ja auch – und zwar gezielt. In der Ich-Form füttert uns Lilith mit ihren Gedanken und Erinnerungen. Besonders Letzteres mochte ich unglaublich gerne. Es hat unsagbar viel Spaß gemacht in ihre Erinnerungen zu tauchen. Der Schreibstil der Autorin ist fantastisch gewesen. Er passte zum Märchenhaften, war flüssig, bildlich und wirklich zutreffend. Von vorne bis hinten klasse! Davon sollte man sich eine Scheibe abschneiden…

Die Autorin schaffte es, in mir viele Kindheitserinnerungen auszulösen und den Zauber der Märchen aufleben zu lassen.

Mein Highlight waren die kleinen Illustrationen, die eingebaut wurden. Mich hat das überrascht und schön anzusehen waren sie auch. Mal etwas Besonderes!

FAZIT ist, dass das Buch eine unterhaltsame und angenehme Story ist, die bei mir mit den Charakteren leider gar nicht punkten konnte, ansonsten aber aufs Ganze überzeugte. Mit einem wahnsinnig guten Schreibstil und einer interessanten Story, hat es Julia Adrian geschafft, mich für die mögliche Fortsetzung zu gewinnen, die das Ende vermuten lässt. Ich bin gespannt, wie das Märchen ausgeht! Für Märchenfans und all solche, die gerne neue Perspektiven auf Altbekanntes werfen eine klare Kaufempfehlung! Von Selbstverleger zu Selbstverlegerin: tolle Arbeit, weiter so!
Ich vergebe 4 von 5 Sternen!

 

© D. B. Granzow