Die Dreizehnte Fee: Entzaubert – Julia Adrian

Format: Kindle Edition

Dateigröße: 3364 KB

Verlag: neobooks Self-Publishing

ASIN: B016VGOORG

Broschiert: 220 Seiten

Verlag: Drachenmond-Verlag

Erscheinungstermin: 22. Oktober 2015

Genre: Märchen, Sagen und Legenden

Band 2/3

 

© Alle Rechte am Coverbild liegen beim Verlag/Autor.

 

Klappentext:

„Ich bin der Anfang, ich bin das Ende.“

Fünf Feen fielen unter dem Schwert des Hexenjägers. Jetzt ist es die Königin, die er jagt. Im hohen Norden sieht die Dreizehnte Fee dem Urteil der verbliebenen Schwestern entgegen. Und nur eine weiß das Ende, doch ihre Macht schwindet und mit ihr die einzige Chance das Rätsel um die Erweckung der gefährlichsten aller Feen zu entschlüsseln.

„Sieh hin, flüstert die Königin. Lerne, was es heißt, mich zu betrügen!“

 

Meinung zum Buch:

Nachdem ich bereits den Vorgänger sehr gerne gelesen hatte, habe ich mich umso mehr darüber gefreut, dieses Buch als Rezensionsexemplar ergattern zu können. Für mich war es eine Premiere, ein Buch vor der eigentlichen Veröffentlichung zu lesen. Der Titel für Band zwei hat den Zusatz „Entzaubert“, der zum Genre passt und inhaltlich zutrifft. Das Cover ist im selben Stil wie der Vorgänger, abgesehen von einer rötlichen/violetten Einfärbung. Außerdem wirken die Konturen wie vereist, was zum Inhalt des Buches perfekt passt.

Das Buch setzt unmittelbar an den Geschehnissen von Teil 1 an. Man begleitet Lilith und die Eishexe zum Palast in Antarktika – dem Wohnsitz der Eishexe. Dort lernt man die übrigen Feen kennen, die alle einzigartige Fähigkeiten und dazu passende Attribute besitzen. Gemeinsam beraten sie, was mit Lilith geschehen soll. Diese Ratsitzung ruft erste Schwierigkeiten hervor und deckt die herrschenden Spannungen zwischen den Schwestern auf.

Die Handlung erstreckt sich über das gesamte Buch sehr logisch und nachvollziehbar. Man entdeckt Orte und lernt die Feen/Hexen allesamt besser kennen. Für mich waren keine Längen vorhanden, wodurch das Leseerlebnis frei von Langeweile blieb. Das Buch hat wie sein Vorgänger viel Gefühl und eine märchenhafte Atmosphäre, Spannung und Liebe. Letzteres zielt in diesem Band jedoch nicht ausschließlich auf den Hexenjäger ab. Julia Adrian ist es gelungen, die Geschichte um die 13. Fee geschickt weiterzuspinnen.

Lilith durchlebt in diesem Band einige Erinnerungen, wodurch sich ihre Zerrissenheit und ihr Wesen nun deutlicher einordnen lassen. Für meinen Geschmack ist sie dennoch zu weinerlich an manchen Stellen. Sie ist mit Abschluss des Buches wesentlich deutlicher gezeichnet, wirkt teilweise etwas verweichlicht und dann wieder recht hart. Ein Wesen mit zwei Persönlichkeiten – ein Schicksal, das wohl alle Feen irgendwie miteinander teilen. Gefiel mir sehr!

In diesem Buch werden wieder etliche Anspielungen auf verschiedene Märchen benutzt, was mir sehr gefiel. Erneut zu nennen Hänsel und Gretel oder Goldmarie und sogar das tapfere Schneiderlein findet eine Erwähnung. Eine Mischung aus Neuem und Bekannten, die sich vertraut anfühlt, aber überrascht! Auch sprachlich steht die Fortsetzung dem Auftakt in nichts nach und ist auf demselben tollen Niveau. Spannend, packend, fließend, märchenhaft. Sehr gut!

Wir finden erneut Zeichnungen im Buch, die einzelne Passagen skizzieren. Doch das eigentliche Highlight im Buch waren die Rückblenden, die einfach das Herz der Geschichte sind.

Einen Kritikpunkt muss ich ansprechen (neben der weinerlichen Protagonistin): das Ende. Zwar macht es die ganze Geschichte rund und ist auch durchaus stimmig – aber doch sehr … ruhig. Ich hätte mir ein Ende mit einem Knall gewünscht!

FAZIT ist, dass mich die Fortsetzung der Fee überzeugen konnte. Ich fand sie besser noch als den ersten Band, da gerade die Hintergrundgeschichte im Fokus steht und nicht mehr nur ausschließlich die Liebe zum Hexenjäger. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich spreche eine glasklare Empfehlung aus! Es ist auch nicht nur für die Leserinnen geeignet – auch männliche Leser, die gerne Märchen mögen, finden sicherlich gefallen daran.

Ich vergebe 4,5 Sterne, da mir das Ende und Lilith selbst nicht so ganz gefallen haben, und freue mich auf den Abschluss der Erzählung!

 

© D. B. Granzow