BookElements: Die Magie zwischen den Zeilen – Stefanie Hasse

 

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2006 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 232 Seiten
Verlag: Impress
Erscheinungstermin: 3. September 2015
ASIN: B013GJKXP8
Band 1/3

© Alle Rechte am Coverbild liegen beim Verlag/Autor.

 

Klappentext:

** Verliebe dich niemals in eine Romanfigur, denn sie könnte dich suchen kommen…**

Wenn die Menschen nur wüssten, wie gefährlich das Bücherlesen ist, wäre Lins Job um einiges leichter. Aber leider verlieben sich tagtäglich junge Frauen in Romanfiguren und ahnen dabei nicht, dass sie ihnen mit jedem schwärmerischen Seufzer ein wenig mehr Leben einhauchen – bis die Protagonisten aus den Büchern heraustreten, die Stadt unsicher machen und Lin sie wieder einfangen muss. Die unwiderstehlichen Vampire, die muskulösen Außerirdischen, die Gitarre spielenden Bad Boys … Als Wächterin der Bibliotheca Elementara kennt Lin sie alle persönlich. Alle außer Zacharias, den Protagonisten ihres Lieblingsbuchs »Otherside«, das sie entgegen aller Wächterregeln heimlich liest. Dabei ist er der einzige Romanheld, den sie gerne einmal kennenlernen würde…

 

Meinung zum Buch:

BookElements war für mich ein sehr spontaner Kauf. Ich bin durch Zufall beim Stöbern darauf gestoßen und habe nach dem Lesen des Klappentextes zugeschlagen. Persönlich habe ich noch nie eine Geschichte gelesen, in der sich Fiktion und Realität überschneiden. Das Cover ist recht schlicht, fängt den Betrachter durch die blauen Nuancen aber ein. Der Titel ist interessant gewählt. Interessant weil es ein englischer Titel ist mit einem deutschen Untertitel. Zum Thema Untertitel sage ich nichts. Übersetzt hieße es „Buchelemente“ und klingt eher nach Sachbuch, weswegen mir die Wahl, einen englischen Titel zu nehmen, einleuchtet.

Die Geschichte startet im Prolog mit einer Erinnerung der Protagonistin. Darin geht es gleich um Bücher und auch die Bibliotheca Elementara findet eine erste Erwähnung. Diese wird dem Leser im Laufe des Buches selbstverständlich noch häufiger begegnen. In dieser Szene geschieht eine seltsame und geheimnisvolle Sache, die für die Geschichte noch von größter Bedeutung ist.

Die Handlung verläuft insgesamt in einem stetigen Fluss, sodass keine wirklichen Längen entstehen. Es passiert durchgehend etwas, wodurch Spannung erzeugt wird und man als Leser zum Weiterlesen animiert wird. Das erklärt auch, weshalb ich das Buch in wenigen Stunden ausgelesen hatte. Die Spannung wird dabei aus unterschiedlichen Quellen geschöpft. So ist der Anfang eher durch den Job und den Beziehungen zwischen den Charakteren fesselnd, während zum Ende hin Fragen aufgeworfen werden und die Handlung einen starken Verlauf nimmt, wodurch man gespannt an der Geschichte bleibt.

Lin war für mich eine durchschnittliche Protagonistin. Sie hat manchmal einen Dickkopf und verrennt sich in bestimmte Situationen, um diese zu verstehen, auch wenn sie z.T. eigentlich gar nicht so wichtig erscheinen. Das lässt sich gut auf ihre Beziehung mit Ric übertragen. An manchen Stellen wirkt sie sehr naiv, um dann an anderen schlagfertig und charakterfest daherzukommen. Für meinen Geschmack war es am Anfang zu sehr Teenie-Romanze mit den typischen schmachtenden Blicken, aber mit der Zeit hat es sich gebessert, was mir dann auch gefiel. Interessant war die Vorgeschichte der beiden. Die Charaktere hatten insgesamt alle ihre Vorzüge, blieben bis auf Ric und Lin jedoch eher blass gezeichnet. Zac und Ty waren da irgendwo dazwischen. Nicht ganz so blass, aber auch nicht so deckend.

Positiv aufgefallen ist mir der Sprachstil von Stefanie Hasse. Er ist recht einfach und gradlinig, wenn man es so nennen kann. An manchen Stellen kam ein leicht poetischer Ansatz durch, doch im Großen und Ganzen war die verwendete Sprache treffend, präzise, leicht und sehr angenehm. Das dort noch viel größeres Potenzial schlummert lässt sich an einzelnen Stellen erahnen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Widmung, die den kreativen Impuls der Autorin deutlich machte.

Ich habe an dem Buch zwei Kleinigkeiten entdeckt, die mich beim Lesen immer mal wieder aus der Geschichte gerissen haben. Zum einen musste ich immerzu schmunzeln, wenn sich die Elemente in ihrer stärksten Form gezeigt haben und die Personen eine andere Gestalt angenommen hat. Das war mir in dem Fall zu abstrakt, obwohl wir uns hier im Fantasybereich bewegen. Ich konnte mich da persönlich nicht ganz drauf einlassen und deshalb störte mich das. Die Idee ist zudem so großartig und für viele Leser sicherlich nachzuempfinden, weshalb die Story geradezu nach viel mehr Witz und Satire hätte ausgeschmückt werden können. Ein schwuler Peeta Melark oder ein Angst gequälter Edward Cullen. Da wäre so viel mehr noch rauszuholen gewesen. Aber das ist Nörgeln auf hohem Niveau.

FAZIT ist, dass mich Stefanie Hasse mit ihrer Geschichte der Bücher für ein paar Stunden sehr gut unterhalten konnte und mich umgehend für die Fortsetzung gewonnen hat. Die kleineren Schönheitsfehler in der Ideenausarbeitung tun dem keinen Abbruch. Das Buch ist für Leserinnen ein ordentlicher Snack und sicherlich findet auch der ein oder andere männlichen Lesern Gefallen daran.

Ich vergebe besten Gewissens 4,5 von 5 Sternen mit Luft nach oben und spreche eine klare Empfehlung aus!

D. B. Granzow

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