Leseprobe: Exklusiver Snack – Kapitel 3

DREI


Am frühen Nachmittag gehen Yisle und ich zum Abhang an der Lichtung. Wie immer. Zurzeit sind hier kaum andere Kinder und Jugendliche anzutreffen. Dafür ist es offensichtlich zu kalt. In dieser Jahreszeit ist immer am wenigsten los. Die meisten von uns lassen sich in den kalten Monaten zuhause von den Eltern oder Großeltern in die Pflanzenkunde einführen. Nur vereinzelt sieht man hier jemanden trainieren. Vorgestern haben wir Dawn, Gred und Lonell getroffen und mit ihnen Sprinten und Klettern geübt. Beides ist äußerst anstrengend bei der Kälte und dem Schnee. Die Steine sind wie Eisblöcke. Kalt und rutschig. Die Felder sind weiße Wüsten. Der Schnee fällt in manchen Gegenden so stark, dass er zum Teil knietief aufgetürmt ist, was das Laufen bedeutend erschwert. Lonell meint, dass nur ein besonders schwieriges, schweißtreibendes Training erfolgreich sei. Ich stimme ihm zu.
Heute ist Viola mit ihren beiden Brüdern Vain und Viktor auf der Lichtung. Viola ist in Dews Alter, neunzehn. Die Jungs sind etwa acht und fünf Jahre alt. Es gibt in ihrer Familie noch einen dritten Jungen, Vibe. Er ist aber gerade einmal etwa drei Jahre alt. Er darf noch nicht mit auf die Lichtung kommen. Vienna ist das zweite Mädchen der Familie. Sie ist fünfzehn. Wie ich. Sie hatte gerade erst Geburtstag. Es ist erstaunlich, wie früh wir Kinder aus der Siedlung schon auf den Tag X vorbereitet werden. Je früher, desto besser, denke ich. Jeder von uns muss irgendwann den Weg in die Stadt einschlagen. Nur wenige Leute waren niemals dort. Mutter ist eine von denen. Da immer genug Familienmitglieder losziehen konnten, wurde sie nicht mitgeschickt. Sie war zur Plünderung nie fort. Sie auf die Reise zu schicken, wäre nicht nur unnötig, sondern unklug gewesen. Je mehr losziehen, desto mehr Proviant wird benötigt. Ich habe nie gefragt, ob sie es nicht schade findet, dass sie diese Erfahrung in ihrem Leben niemals machen konnte. Ihre Wut auf mich, dass ich mit Freude auf die Nacht der Plünderung warte, hatte ich immer als Antwort verstanden.
Der Rest meiner Familie hat an mindestens einer Raubnacht teilgenommen. Ich kann mir vorstellen, dass Viola ebenso wie Mutter niemals eine Plünderung miterleben wird. Sie kommt aus einer großen Familie und hat die Funktion, die Geschwister auszubilden. Mir scheint es so, während ich Viola mit ihren Brüdern zusehe, dass die Kleinen die stärkeren Menschen sind. Sie wirken trotz ihrer natürlichen Schwäche zäh und stark. Außer sie werden krank. Camomile sagt, dass die Ältesten und die Jüngsten immer den schwersten Kampf gegen eine Krankheit führen. Trotzdem wirkt Viktor wie ein flinkes, starkes und listiges Geschöpf aus dem Wald. Eine neue Spezies. Unsere Spezies. Die Vorbereitung auf den Tag X führt uns alle auf die Lichtung.
»Deine Brüder sind gut in Form«, ruft Yisle Viola entgegen, die sich ihren Weg durch den Schnee bahnt. »Sie müssen gutes Essen bekommen, um so eine Energie aufzubringen.«
»Ja, sie machen mich schon fast fertig. Das ist echt gemein«, lacht sie und stellt sich zu uns. Wir beobachten die Jungs eine Weile, wie sie ausholen und gegenseitig ihren Schlägen und Tritten ausweichen. Unser Ausdauertraining, das zudem eine gute Koordinationsübung ist. »Wie geht es deiner Mutter, Hayden?«
Ich bemerke, dass sie über ihren Zustand Bescheid weiß. Ihre Augen verraten es mir, obwohl sie bemüht versucht es zu überspielen.
»Es geht ihr nicht besonders gut.«
»So schlimm, was? Die guten Menschen leiden doch immer am schwersten.«
Ich nicke lediglich, ohne ein Wort darauf zu sagen. Ich möchte nicht über Mutter reden. Auch nicht über ihren Zustand. Und schon gar nicht über ihr schweres Leiden, wofür hauptsächlich ich verantwortlich bin. Ich lenke das Thema von mir ab.
»Wie geht es deiner Familie? Haben sich alle erholt?«
»Bei uns ist glücklicherweise niemand am Fieber erkrankt«, erklärt sie mir kopfschüttelnd und ich scheine ein Thema getroffen zu haben, bei dem sie sich offensichtlich nicht wohlfühlt. Das ist etwas, was in unserer Welt oft schwierig ist. Das Kommunizieren. Jede Familie hat ihre Last zu tragen. Jeder hat seine eigenen Probleme, mit denen er sich herumschlagen muss.
»Ich habe gehört, deine Mutter ist wieder schwanger?«, fragt Yisle grinsend.
»Ja. Da hast du richtig gehört«, freut sich Viola aufrichtig. Sie hat auch jeden Grund dazu.
Wenn eine Familie viele Kinder hat, ist ihr Lebensstatus höher, wenn sie genug Unterstützung bekommen. Kinder können helfen, sobald sie dazu in der Lage sind. Sie können irgendwann mit in die Stadt ziehen und der Familie lebensnotwendige Medizin und andere Dinge beschaffen. Ein Kind, so sagt man, ist in unserer Zeit eine lohnende und sich auszahlende Investition. Zudem trägt die Medizin aus der Stadt dazu bei, dass weniger Frauen beim Gebären sterben. Eine Schwangerschaft scheint mittlerweile ungefährlicher zu sein als Holzhacken. Ich habe mich oft gefragt, warum in meiner Familie kaum Kinder sind. Ich schiebe es auf das Haus. Meine Eltern, Maarsh und Copula wollten sicher kein größeres Haus bauen müssen. Meine eigens zusammengesponnene Ausrede, um es mir selbst zu erklären. Ich hätte gerne mehr Geschwister oder Cousins gehabt. Aber wenn ich sehe, wie sehr mir Stavias Tod zugesetzt hat, bin ich froh, dass ich solch einen Verlust nicht so häufig durchzustehen hätte wie Viola.
Ich gratuliere ihr, bevor sie sich verabschiedet und zurück zu den Jungs geht. Kurz darauf verlassen sie die Lichtung.

*

Es dämmert schon, als wir uns auf den Rückweg machen. Den Weg durch den Wald finden wir blind. Es dauert eine Weile zurück ins Dorf. Vielleicht eine Stunde. Ganz genau lässt sich das nicht sagen. Als wir ankommen, ist es dunkel. Die ersten Häuser liegen vor uns. Durch die einzelnen Spalten im Holz leuchtet uns das warme, rötliche Licht der Flammen den Weg. Die Häuser im Dorf bestehen hauptsächlich aus Holz. In den meisten Fällen leben drei bis vier Generationen zusammen. Viel älter ist unsere Siedlung nicht. Lore war erwachsen, als sie mit ihrer Familie, oder dem, was davon übriggeblieben war, in die Siedlung kam. Viele Häuser entstanden an oder um Ruinen. Überreste von alten Gebäuden, die vor ewigen Zeiten hier angesiedelt waren. Die Westmauer von unserem Haus ist die einzige aus Stein. Die anderen Wände wurden mit Holz aufgezogen und an die stabile Steinwand angebaut. Manche Häuser sind nur an einzelnen Stellen mit Holz verkleidet und ausgebessert. Bei denen war der Grundriss fast vollständig erhalten. Andere wiederum wurden von Grund auf neu errichtet. Es ist schon irgendwie witzig, dass sich die verstreuten Häuser in der Siedlung alle so ähnlich sehen und doch so unterschiedlich sind. Die Häuser am Rande der Siedlung sind überwiegend aus Holz, sie sind vollkommen neu erbaut worden. Im Zentrum hingegen, haben viele Steinwände. Wir haben beides. Wir liegen mittendrin.
Am Brunnen schöpfen Yisle und ich mit unseren Händen das eiskalte Wasser aus dem Eimer und trinken es. Es ist so kalt, dass mein Kopf vor Schmerzen pocht. Yisle sieht mein Gesicht und grinst. »Warum trinkst du es denn überhaupt, wenn du weißt, dass es so kalt ist?«
Eine gute Frage. Ich habe keine Antwort darauf. Ich muss lachen. Ein zweites Mal schöpfe ich mit den Händen das Eiswasser und setze meine warmen Lippen an das erkaltete, bebende Fleisch meiner zittrigen Hände. Yisle grinst kopfschüttelnd und imitiert mich. Als ich ihn ansehe, muss ich erneut lachen und verschlucke mich dabei, weshalb ich zu husten beginne.
»Blödmann.«
»Was denn, ich bin blöd? Hast du dich verschluckt beim Trinken oder ich?«, kontert er und schlägt mir die Hände weg, sodass das restliche Wasser auf die Brunnenmauer platscht.
Ich springe zur Seite. Meine nassen Finger peitschen ihre Feuchtigkeit in seine Richtung. Wüsste man es nicht besser, würde man uns für Kinder halten. Er kommt auf mich zugerannt und schmeißt sich auf mich. Ich kann seinem Gewicht nicht standhalten. Wir kippen um und landen auf dem Boden. Der weiche, lockere Schnee wirbelt in die Luft auf. Fast wie bei einer Kissenschlacht, in der sich die Federn aus dem Kissen befreien und einem um die Ohren fliegen. Wir bleiben liegen und lachen aus vollem Hals. Ich bemerke gar nicht die Kälte. Aber die Nässe. Etwas Schnee hat sich in meinem Nacken und den Ärmeln abgesetzt und schmilzt an meiner Haut. Ich setze mich auf und schlage das weiße Eispulver von mir ab. Mich trifft ein Schneeball am Hinterkopf. Yisle lacht auf. Ich drehe mich um. Ich würde es vor ihm nicht zugeben, aber es hat wehgetan. Ich greife in den Schneehaufen neben mir, forme einen Ball und ziele auf ihn. Er versucht auszuweichen, aber ich treffe.
»OK, wir sind quitt«, lacht er und steht auf.
»Spielverderber«, sage ich und mache auf meinen Fersen kehrt, um nach Hause zu gehen. Ich laufe vor und blicke hinter mich. Yisle versteht und folgt mir ein paar Schritte. Doch er bleibt schlagartig stehen. Ich richte mein Gesicht nach vorne, sehe Rihsten, die aufgebracht aussieht, und stoppe auf der Stelle. Meine Füße ruhen fest auf dem Boden.
»Hayden, Yisle, da seid ihr ja endlich. Ich habe euch schon überall gesucht!«, ruft sie und bleibt schließlich bei mir stehen. Ihr erhitzter Atem trifft auf die kalte, raue Luft. Der lange Zopf baumelt über ihre linke Schulter und bleibt dort liegen. Mit einer schnellen Handbewegung winkt sie Yisle zu uns herüber. Er sieht irritiert aus, aber kommt mit großen Schritten auf uns zu.
»Was ist passiert?«
Ihr Gesicht zeichnet ein leichtes Lächeln ab, doch in ihren Augen spiegelt sich Entsetzen.
»Maarsh und Dew sind zurück. Kommt!«
»WAS?!«, fragt Yisle überwältigt. Ich kann sehen, wie er versucht die Nachricht einzuordnen und sie zu verarbeiten. »Sie sind beide zurück?! Geht es ihnen gut?«
»Kommt schon«, fordert uns Rihsten ein weiteres Mal auf, ohne ihm eine Antwort zu geben. Sie greift meine Hand, dreht sich um und nickt Yisle hinter sich her, bevor sie zu laufen einsetzt. Sie legt eine Schnelligkeit vor, die nur schwer zu halten ist. Normalerweise bin ich eine gute Läuferin, aber meine Beine haben Schwierigkeiten mitzuhalten.
Zuhause angekommen, schlägt sie mit einem Ruck die Tür auf. Mit einem Krach knallt sie gegen den Tisch dahinter und schwenkt zurück.
Im Haus herrscht ein riesiges Durcheinander. Ich versuche mir ein Bild davon zu verschaffen, was geschehen ist. Mein Fuß rutscht auf dem Holzboden der Wohnung weg. Yisle hält mich am Arm, damit ich nicht stürze. Durch die Wohnstube verläuft eine dunkle Spur über dem Boden. Ich denke erst, es sei Öl. Plötzlich vernehme ich ein Röcheln und Keuchen. Dann ein schmerzverzehrtes Gesicht. Maarsh sitzt auf einem der Stühle am Esstisch. Vor seinen Beinen hockt Camomile und macht ruckartige, hastige Bewegungen. Vor ihren Füßen steht ein flacher Behälter, in dem eine trübe Lösung schwappt. Lore hält in ihren Händen Verbände, die sie dort eintaucht und ihr vollgesogen anreicht. Meine Augen beobachten das Geschehen. Ich bemerke die dunkle Spur, die unter Camomiles Füßen beginnt. Sie läuft auf mich zu. Dieselbe Spur, auf der ich ausgerutscht bin und die ich für etwas wie Ölschmiere hielt. Omas Hände sind rot. Ebenso die Lösung in dem Behälter vor ihren Füßen. Das dunkle Rot der Spur. Es ist Blut. Maarsh ist verletzt. Ich kann seine Wunde nicht sehen, da mir die anderen die Sicht darauf versperren. Hinter ihm steht Vater, der auf ihn einredet und seine Stirn mit Schnee kühlt. Rihsten kümmert sich um Dew, der erschöpft und schwer atmend auf dem Sofa liegt. Er scheint nicht verletzt zu sein. Yisle lässt erst jetzt meinen Arm wieder los, schmeißt seine Jacke und die Mütze an die Seite und läuft auf seinen Vater zu. Ich sehe nur seinen Rücken. Er schreckt entsetzt zurück. Die Verletzung muss schlimm sein. Obwohl viel um mich herum passiert, nehme ich keine Geräusche wahr. Es ist, als würde jemand meine Ohren zuhalten, damit ich nicht hören muss, was vor mir geschieht.
Ich stehe wie angewurzelt an Ort und Stelle. Kann mich nicht rühren. Ich glaube, ich habe sogar aufgehört zu atmen. Oma Lore ruft mir etwas zu, doch ich kann sie nicht verstehen. Sie schreit mich regelrecht an, aber ich höre sie nicht. Rihsten greift mir von der Seite an die Schulter und rüttelt mich aus meiner Trance.
»Hayden! Hayden!«
»Ja?«, frage ich ganz leise. Ich glaube ich bin in einem Schockzustand.
»Hayden, kannst du dich um Dew kümmern? Wir brauchen Wasser. Ich hole schnell welches vom Brunnen, OK?«
Mein Gesicht klebt an meinem Onkel und den anderen, obwohl mich Rihsten zu sich dreht. Ihre Hände schütteln meine Schultern.
»Hast du gehört, Hayden?«
Ich nicke bloß und erst jetzt kann ich mich vom Starren befreien. Als sie bemerkt, dass ich sie wahrnehme und verstehe, nickt sie einstimmend und läuft mit dem Eimer in ihrer Hand aus dem Haus. Die Tür ächzt und schwingt ihr langsam nach, bis sie sich schließt.
Ich löse meinen Fuß von der Blutspur auf dem Boden und gehe zu Dew, meinem Cousin. Er sieht stark mitgenommen aus. Normalerweise ist er groß, kräftig und strotzt vor Energie. Sein sanftes Lächeln, das im Kontrast zu seinem eigentlichen Erscheinungsbild steht, begrüßt mich jeden Morgen. Das ist Dew. In der Gestalt vor mir erkenne ich ihn nicht wieder. Er wirkt klein und kraftlos. Seine Energie ist schwindend und in seinem Gesicht liegt kein Lächeln verborgen, das mich willkommen heißt. Es zeichnet die schwere Zeit ab, die er und Maarsh während ihrer Reise durchgestanden haben. Für die meisten Menschen in unserer Welt gibt es nur ein einziges Reiseziel und das ist die Stadt. Woanders gibt es nichts, wohin man reisen könnte. Dews Augen sind geschlossen. Sein Körper zittert unaufhörlich. Sein Mund steht offen und setzt ein zehrendes Stöhnen frei. Mir wird angst und bange.
In der Küche herrscht noch immer eine gewaltige Hektik. Vater redet ununterbrochen auf Maarsh ein, Camomile und Lore fordern sich gegenseitig auf etwas zu tun und Maarshs Röcheln stößt schwer in den Raum. Er wird nicht bei Sinnen sein, denn selbst die Laute, die er vereinzelt von sich gibt, klingen kopflos. Meine Lippen nehmen den Geschmack von Eisen auf. Es liegt in der Luft. Sie riecht nach Blut. Dunkelrotes Blut. Rotes Eisen.
»Hayden«, haucht es aus Dews Mund.
Ich nehme es wahr, auch wenn ich es nicht direkt verstehe. Seine schwache Hand, deren leblose Fingerspitzen gerade noch den Fußboden streichelten, umfasst mein nacktes Handgelenk. Ich zucke zusammen, als ich die frostige Kälte wahrnehme, die mein Gelenk komplett umschließt. Ein Armband aus schmerzhaft kaltem Eis. Es legt sich schlagartig um mich, doch anstatt an meiner warmen Haut zu schmelzen, friert es mein Fleisch ein.
»Wasser wird jeden Augenblick kommen«, vertröste ich ihn umgehend und setze mich neben seine Beine. Ich nehme seine Hand zwischen meine und wärme sie, indem ich sie reibe. Dass die Hand blutbeschmiert ist, stört mich im Augenblick nicht.
»Vier«, stöhnt er, hebt seine linke Hand und legt sie auf meine. »Viermal.«
Ich verstehe nicht, was er sagen will. Bevor ich auch nur näher nachfragen kann, verliert er sein Bewusstsein.
Kurz darauf kommt Yisle um die Ecke und setzt sich auf den Stuhl an meiner Seite. Er stützt seine Ellenbogen auf die Beine und legt seine Stirn auf die große Faust, zu der seine Hände geballt sind. Im Hintergrund ist noch immer die Hektik zu vernehmen.
Nach einigen Minuten wird es merklich ruhiger in der Wohnung. Der feuchte Lappen in meiner Hand fährt über Dews Stirn. Er sieht friedlich aus. Sein Atem ist ruhiger geworden. Er trägt mehrere verdreckte Kleidungsschichten. Die Jacke über dem Pullover verdeckt das Shirt über dem Unterhemd. Rihsten muss bereits eine weitere Jacke ausgezogen haben. Sie liegt zerknüllt an seiner Seite. Moos, Acker, Blut. Alles klebt an ihm. Er sieht aus, als ob er über einen langen Zeitraum hinweg weder geschlafen noch gegessen hat. Sein Anblick raubt mir den Verstand. Es ist schrecklich ihn so zugerichtet zu sehen. Schmutzig sind die meisten, die von der Plünderung heimkehren; aber dieses Mal ist es anders. Ihnen muss etwas zugestoßen sein.
»Wie geht es ihm«, fragt Yisle mit fremder Stimme. Er war in den Sessel gesunken und hielt sein Gesicht mit den Händen verdeckt. Bestimmt hat er geweint und niemand sollte es sehen. Es muss so sein. Ich kann die Tränenrinne sehen, die seinen Hals hinabführt. Normalerweise ist er stark und kann sich zusammenreißen. Sehr wahrscheinlich steht er unter Schock vom Anblick seines Vaters. Oder er ist überaus glücklich, dass die zwei noch leben. Freudentränen. Vielleicht auch beides. Er reibt sich sein Gesicht mit den Händen. »Er sieht erledigt aus.«
»Das muss er sein«, setze ich ruhig an. Ich flüstere schon beinahe, um ihn nicht zu wecken. »Er ist am Ende seiner Kräfte. Was wohl passiert ist?«
Yisle zuckt mit den Schultern, steht auf und hockt sich neben seinen Bruder. Er hält kurz inne und nimmt seine Hand, drückt sie, legt sie behutsam auf die Brust zurück.
»Das wüsste ich auch gerne«, haucht er und steht wieder auf.
»Was hat dein Dad für eine Verletzung?«
Die Farbe fällt aus seinem Gesicht. Er lehnt sich am Kamin an. Das Feuer tunkt ihn orange. Fast rot.
»Seine Seite hat eine Fleischwunde und sein Bein – « Er stoppt. Die Hand zur Faust geformt fährt vor seine Lippen. Er schluckt. Die Bilder in seinem Kopf lösen in ihm Übelkeit aus.
»Schon gut. Du musst nicht weitersprechen«, sage ich und lege meine Hand auf seine Schulter. Ich stehe ihm bei. Kaum berührt meine Handfläche seine breite Schulter, dreht er sich mir schlagartig zu und drückt sich fest an mich. Seine Arme schnüren meine Taille ein.
»Sein Bein ist vollkommen zerfleddert«, japst er stumm. Mich durchfährt eine Gefühlsmischung aus Schock und Ekel, Entsetzen und Betroffenheit.
»Zerfleddert?«
»Ich konnte den Knochen sehen … «
Kein Wort verlässt meine Lippen. Einzig die Frage, was passiert ist, schwirrt in meinem Kopf.
Rihsten kehrt zurück. Das Wasser im Eimer schwappt hin und her. Sie stellt ihn in der Küche ab und spricht kurz mit den Erwachsenen. Mit einem Becher Wasser geht sie zu Dew.
»Schläft er?«, fragt sie, sich nicht von ihm wendend. Ich bestätige es mit einem zaghaften Kopfnicken.
Sie ist Dews Freundin. Seit einigen Jahren schon. Sonst begleitet sie Dew und Maarsh zur Plünderung. Dieses Mal konnte sie nicht mitgehen, da ihr Vater schwer erkrankt war und sie sich um ihn kümmern wollte. Kurz nach dem Aufbruch starb er. Sie hatte überlegt nachzugehen, aber alle rieten ihr ab, da sie nicht genau wissen konnte, welchen Weg die beiden eingeschlagen haben. Also blieb sie in der Siedlung. Jetzt muss sie sich Vorwürfe machen, dass sie nicht nachgegangen ist. Ich kenne sie gut genug, um zu wissen, dass sie sich fragen wird, ob den beiden auch etwas zugestoßen wäre, wenn sie sie begleitet hätte.
Plötzlich spricht sie erschüttert und ebenso besorgt die eine Frage aus, die mir durch den Kopf geht. »Was ist da draußen nur passiert?«
»Hat er dir nichts gesagt?«
Sie schüttelt betrübt den Kopf. »Sie kamen an. Beide wirkten eher bewusstlos als bei Verstand. Sie konnten kein Wort über die Lippen bringen.«
»Ich glaube, er wollte mir etwas sagen.«
Rihsten macht große Augen. Ich muss ihr Interesse geweckt haben, denn sie erhebt sich vom Sofa und kommt auf mich zu. »Er hat mit dir gesprochen?«
»Er hat es versucht.«
»Was hat er gesagt?«
Ich überlege einen Moment lang. »Vier. Er hat ‚viermal‘ gesagt.«
»Was hat er dir viermal gesagt?«, fragt mich Yisle, der ebenso neugierig wie Rihsten guckt.
»Nein, er hat nur gesagt: ‚viermal‘«, erkläre ich mit Nachdruck. Ich sehe die fragenden Augen der beiden. Ich teile ihr Unverständnis. Ich konnte seinem Wort ebenso wenig Sinn zuschreiben, wie sie es gerade tun. Wir müssen warten, bis er aufwacht. Erst dann kann er uns mehr sagen. Uns bleibt nichts anderes übrig.

*

Eine Weile später stoßen Camomile, Cliff und Vater zu uns. Sie sehen betrübt aus. Camomiles Schürze ist bluttrunken. Das Haar liegt ungewohnt offen auf ihren Schultern. An Vaters Seite steht Cliff, wie ich bei Yisle. Er ist seine Stütze. Sein Halt. Vater sieht völlig fertig aus. Ich laufe in seine Arme, um ihn zu trösten. Er bricht in mir zusammen und beginnt zu schluchzen. Ich kenne ihn überhaupt nicht so weinerlich und gebrochen. Sehr wahrscheinlich ist es das Zusammenspiel von Trauer um Stavia, Mutter, Maarsh und die Überanstrengung – gepaart mit Schlafentzug.
Sein Gesicht drückt sich an mein Schlüsselbein. So fest, dass es weh tut. Aber ich lasse ihn, störe ihn nicht. Er muss weitaus schlimmere Schmerzen haben als ich. Der seelische ist schmerzhafter und unerträglicher als der körperliche. Das weiß ich. Das verstehe ich. Er tut mir schließlich nicht absichtlich weh. Meine Hände fahren über sein Haar. Es ist verschwitzt. Ich spüre es auf meinen Fingern. Sein Körper vibriert. Es erinnert mich erschreckend genau an den Abend, an dem Mutter zu krampfen begann. Der Abend an dem ich in Ohnmacht gefallen und morgens mit einer Platzwunde aufgewacht bin. Ich hoffe nur, dass Vater heute nicht dasselbe Schicksal ereilt wie mich an jenem Abend.
Tröstend bedecken meine Arme seinen Rücken. Sein Seufzen stößt feuchten Atem auf meine Haut. Doch er wird ruhiger.
Cliff wechselt von Vater zu Yisle und schenkt ihm Beistand. Camomile lässt sich neben Rihsten nieder, die unentwegt an Dews Seite sitzt, liegt, steht oder hockt. Sie wacht regelrecht über ihn. Ihre Hände streicheln seinen Körper. Sie spielt mit seinen Haaren, den Fingern und seinen teilweise ausgefransten Klamotten. Manchmal küsst sie ihm sanft die Stirn, den Handrücken oder die Lippen.
»Wie geht es Dad?«, fragt Yisle in einem zittrigen, zerbrechlichen Ton, dass einem die Tränen kommen. Dieses Mal behält er die Fassung. Er zügelt seine Trauer, um vor den Erwachsenen nicht schwach zu wirken. Es ist typisch für Yisle. Schwäche zu zeigen, kommt für ihn nicht in Frage. Einmal hat er betont, dass Schwäche ein Zeichen für Angst und Disziplinlosigkeit sei. Er glaubt das wirklich, hält es aber nicht immer ein. Dieses Mal bleibt er stark.
»Das Bein sah schrecklich entstellt aus, als er ankam«, setzt Camomile trocken wie immer an. Sie ist eine aufgeklärte Frau, die im Leben schon einiges gesehen hat. Selbst schlimme Verletzungen bringen sie nicht aus der Bahn. Sie muss Nerven aus Stahl haben.
»Das habe ich gesehen«, unterbricht Yisle sie. »Ich will wissen, wie es ihm jetzt geht.«
»Er schläft«, setzt Vater ein. Er hat sich wieder gefangen und wendet sich von mir ab. »Maarsh muss sich jetzt erst mal erholen, damit sein Körper wieder heilen kann.«
»Ihr habt ihm Medizin aus der Stadt gegeben, oder?«
Vater nickt. Ich sehe die abgeneigte Haltung in Yisle. Er hält nichts von der Medizin. Etwas, das auf seltsame Weise Gliedmaßen zusammenwachsen lässt und die menschliche Haut grau färbt wie die eines Toten, kann nicht gut sein. Aber es rettet in manchen Fällen das Leben. Ohne sie wären schon viele Menschen in der Siedlung verblutet oder entstellt und unfähig zu arbeiten.
»Er wird sich wieder fangen«, schiebt Cliff nach und schlägt beistehend auf Yisles Schulter.
»Was ist mit Dew?«, fragt Camomile Rihsten.
»Schläft wie ein Baby.«
»Gut. Auch er muss sich erholen«, sagt Camomile und wischt Dews Stirn mit Wasser ab. »Sie werden beide wieder gesund und fit sein. Wenn nicht morgen, dann übermorgen oder den Tag darauf. Ganz sicher.«
»Dann können sie uns erzählen, was passiert ist«, sagt Vater. Seine Stimme ist wieder stark und klar. Keine Spur mehr vom weinerlichen Mann. »Der Wunde nach zu urteilen, würde ich auf einen Tierangriff wetten. In den Wäldern leben viele wilde Tiere.«
»Wilde Tiere«, schmunzelt Camomile abfällig und wirft ihm mit kleinen Augen vorwurfsvolle Blicke zu. Sie erhebt sich aus der Hocke an Dews Seite. »Wenn ein Tier einem Menschen so nah kommt, dass es ihn derartig zerfleischen kann, dann wäre nicht mehr viel von ihm übrig geblieben.«
»Dew muss es geschafft haben, es vorher zu vertreiben. Er hat keine Wunde in diesem Ausmaß«, sagt Rihsten und streichelt fürsorglich Dews Hand auf ihrem Schoß.
»Hat er denn Wunden?«, fragt Yisle unbehaglich.
»An seinem Arm eine Schnittwunde, im Nacken eine und die Hände haben kleine Einschnitte. Aber alles schon verkrustet«, antwortet Rihsten ihm und spielt dabei an Dews Fingern. »Nichts Lebensbedrohliches also.«
»Und wenn es keine Tiere waren, die sie angegriffen haben? Was kann es dann gewesen sein?«
Wieder diese Frage, auf die wir an dieser Stelle nur bloße Vermutungen äußern können. Nur Maarsh und Dew können uns erzählen, was wirklich geschehen ist. Aber beide sind momentan außer Gefecht gesetzt und schweigen.
»Was denkst du, war es sonst?«, fragt Vater lauter als zuvor.
»Ich weiß es nicht«, antwortet Yisle nach kurzem Überlegen. »Vielleicht andere Menschen?«
»Wie sollen die das angestellt haben?«
»Ich weiß es nicht.«
»Warten wir, bis sie wach sind und es uns erzählen können«, sagt Cliff in ruhigem Ton und lächelt müde in die Runde. »Wir sollten alle schlafen gehen. Uns ausruhen.«
Opa hat recht. Wir sollten alle dringend Energie tanken. Uns hinlegen und schlafen.
Yisle und ich gehen hoch in den Schlafraum. Im Bett in der Ecke liegen Lore und Rain dicht aneinander gekuschelt und schlafen seelenruhig. Ich bekomme ein schlechtes Gewissen, als ich meine kleine Cousine sehe. Der schwache Kerzenschein zeigt bloß ihre Konturen. Zart und kindlich. Ich steige vorsichtig unter die Decke in meinem Bett, öffne mein Haar, das ich zum Zopf gebunden hatte, und lasse es sich wild entfalten. Yisle setzt sich langsam auf das Bett zwischen mir und den anderen beiden. Sein Blick ist zu den großen Betten gerichtet. Auf einem davon liegt Maarsh im Tiefschlaf und atmet schwer. Er klingt wie einer der städtischen Militärflieger, wenn er am Horizont auftaucht und wieder verschwindet. Ein gedämpftes Brummen mit entweichender Luft. Kalte Luft. Heißer Atem. Einen Moment lang beobachte ich, wie Yisle, seinen Vater. Er atmet noch. Solang er atmet, lebt er. So wie Mutter. Wir sollten uns glücklich schätzen, dass sie noch die Chance haben und eine Spur von Leben in sich tragen. Viele andere haben nicht so viel Glück. Ich drehe mich wieder Yisle zu. Mein Kopf liegt auf meiner Hand.
»Meinst du, sie hat viel mitbekommen?« Ich nicke zu Rain herüber, als mich Yisle mit gewohnt fragenden Augen ansieht. Ich vernehme ein Schulterzucken, als er sich ihr zuwendet. »Ich hoffe nicht. Das ist nichts für Kinder. Nichts was sie sehen sollten. Oder hören.«
»Ich werde das Gefühl nicht los, dass unsere Eltern und Großeltern mehr wissen, als sie zugeben wollen. Weil sie von uns genauso denken wie du über Rain«, setzt Yisle ein und beugt sich mir zu. Sein Blick ist ernst und er senkt seine Stimme, als wolle er vermeiden, dass jemand lauschen kann. Er befeuchtet seinen Daumen und Zeigefinger mit Speichel und erstickt das Licht der Kerze. Es ist stockfinster. Damit uns niemand sieht. »Rain ist kein kleines Kind mehr. Mums und Stavias Tod haben sie erwachsener werden lassen. Sie kann mehr verkraften als wir in ihrem Alter, denn wir mussten solche Dinge nicht miterleben. Die Erwachsenen denken genau so. Sie sehen uns auch noch als Kinder, obwohl wir keine mehr sind. Wir verstehen mehr, als sie sich vorstellen können. Aber sie verheimlichen uns Dinge.«
Meine Haut wird kalt und mein Körper zittert. Die Haare auf meinen Armen stellen sich auf und bilden eine Gänsehaut. Er spricht genau das aus, was mir schon einige Male durch den Kopf ging. Als es um Mutters Zustand ging, hatte ich dasselbe gedacht. Die Erwachsenen sehen uns als Kinder, obwohl wir schon lange aus den Kinderschuhen herausgewachsen sind. In diesem Punkt teile ich seine Meinung und ich verstehe, was er damit ausdrücken will. Was ich nicht verstehe, ist der andere Teil. Der mit dem Verheimlichen von Dingen. Wie kommt er darauf, dass sie etwas vor uns verbergen. Hat er eine Unterhaltung mitbekommen, die ihn stutzig gemacht hat oder fühlt er, dass etwas nicht stimmt?
Meine Augen gewöhnen sich an die Dunkelheit. Sie lassen mich Yisles Konturen und Gesichtszüge erkennen. Er sieht mich eindringlich an. Ich kann seine Augen zwar nicht sehen, doch ich spüre seinen Ernst, die Unsicherheit und Besorgnis.
»Was für Dinge?«, frage ich im selben Flüsterton wie er.
»Ich weiß nicht. Dinge über die Stadt. Über die Menschen. Die gesamte Welt wie wir sie kennen. Über die wahren Hintergründe der Plünderung.«
»Wahre Hintergründe? Glaubst du – «, bevor ich meine Worte aussprechen kann, öffnet sich quietschend die Tür und Oma Camomile und Opa treten ein. Der Kerzenschein wirft sein verschleiertes Licht auf sie. Ihre Gesichter sind nur schwer zu erkennen. Sie gehen mit langsamen Schritten an uns vorbei und legen sich in ihr Bett. Ich gucke schweigend zu ihnen herüber. Die Kerze erlischt.
Ich wende mich Yisle zu. Die kurzfristige Helligkeit hat mein Sehvermögen erneut beeinträchtigt. Ich erkenne bloß noch seine Konturen. Meine Worte ersticken. Wenn ich jetzt etwas sage, würden sie es hören. Ich starre ihn an und versuche eine Möglichkeit zu finden mich auszudrücken. Plötzlich vernehme ich das leichte Nicken seines Kopfes. Ich verstehe. Ein Schauer durchfährt mich erneut wie eine Lawine und begräbt meine Worte endgültig unter sich. Er legt sich hin. Ich ziehe die Bettdecke bis unter die Augen. Sind sie noch offen oder geschlossen? Die Finsternis ist dieselbe.
Die Lider sind noch oben. Ich starre in die Dunkelheit. Auch wenn ich nichts erkenne, weiß ich, dass Yisle mich ebenso unbeirrt ansieht. Etwas stimmt nicht.
Es ist so, als fände man einen wunderschönen, glänzenden Diamanten. Er ist zwar verdreckt aber ganz sicher wertvoll. Man freut sich und versucht ihn zu waschen. Dann muss man feststellen, dass die Freude unbegründet war, denn es ist bloß ein gewaltiger, harter Stein. Allein der Wunsch, dass dieser Stein ein Diamant sei, hat ihn für einen Moment lang zu dem glänzenden Edelstein werden lassen. Doch jetzt, wo einem die Augen geöffnet wurden und man erkannt hat, dass es sich doch bloß um einen gewöhnlichen Stein handelt, will man ihn nicht mehr haben. Die Wahrheit zu erkennen, löst die Illusion auf.
Ich hatte die Plünderung immer als eine Chance gesehen unseren Lebensstandard zu verbessern. Medizin und andere Güter zu besorgen. Ich dachte es wäre die Großzügigkeit der Städter, die uns das ermöglicht hat. Jetzt frage ich mich, ob nicht mehr dahinter steckt. Ob nicht andere Motive hinter der Plünderung stehen als Großzügigkeit. Mutters Reaktion auf meine Freude hinsichtlich der Plünderungen hatte mich immer gewundert und zuletzt auch skeptisch werden lassen. Jetzt zielt Yisle noch auf die wahren Hintergründe ab, als ob alle Erzählungen falsch wären. Ich fange an zu verstehen. Wäre es für die Städter so wichtig uns zu helfen, würden sie die Güter zu uns bringen. Aber sie lassen uns einen weiten Weg mit den verschiedensten Hürden zurücklegen. Sie setzen uns ungeheuren Gefahren aus. Man sieht an Maarsh, was geschehen kann.
Meine Augen sind geöffnet, doch es umgibt sie die bloße Dunkelheit. Sie sind offen, doch ich sehe nichts. Es ist wie mit dem Edelstein. Der vermeintliche Glücksfund, der sich als täuschende Illusion entpuppt. Er ist nur ein gewaltiger Stein, den man nicht haben will. Der Unterschied ist der, dass man den Stein in einen See werfen kann und man ihn wohl nie wieder zu Gesicht bekommt. Die Plünderung aber, können wir nicht ignorieren. Sie ist notwendig für uns. Wir brauchen sie.
Wie der Stein in den Tiefen des Wassers eintaucht und verschwindet, verschwinde ich in der Dunkelheit.

 

© D. B. Granzow

 

Und? Neugierig geworden?

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