Monat: September 2015

[REZENSION] RED QUEEN/DIE ROTE KÖNIGIN – VICTORIA AVEYARD

Originalausgabe: Taschenbuch

Verlag: HarperTeen

Deutsche Ausgabe: Gebundene Ausgabe: 512 Seiten

Verlag: Carlsen

Genre: Fantasy

Reihe: Die Farben des Blutes, Bd. 1

© Alle Rechte am Coverbild liegen beim Verlag/Autor.

 

Klappentext:

Will her power save her or condemn her?

Mare Barrow’s world is divided by blood—those with common, Red blood serve the Silver- blooded elite, who are gifted with superhuman abilities. Mare is a Red, scraping by as a thief in a poor, rural village, until a twist of fate throws her in front of the Silver court. Before the king, princes, and all the nobles, she discovers she has an ability of her own.

To cover up this impossibility, the king forces her to play the role of a lost Silver princess and betroths her to one of his own sons. As Mare is drawn further into the Silver world, she risks everything and uses her new position to help the Scarlet Guard—a growing Red rebellion—even as her heart tugs her in an impossible direction. One wrong move can lead to her death, but in the dangerous game she plays, the only certainty is betrayal.

 

Deutsches Pendant:

Rot oder Silber – Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die – und nur die – besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! Um Aufruhr zu vermeiden, wird sie als verschollen geglaubte Silber-Adlige ausgegeben und mit dem jüngsten Prinzen verlobt. Dabei ist es dessen Bruder, der Thronfolger, der Mares Gefühle durcheinander bringt. Doch von jetzt an gelten die Regeln des Hofes, Mare darf sich keine Fehler erlauben. Trotzdem nutzt sie ihre Position, um die aufkeimende Rote Rebellion zu unterstützen. Sie riskiert dabei ihr Leben – und ihr Herz … — Fesselnd, vielschichtig und voller Leidenschaft: Victoria Aveyard entwirft eine faszinierende Welt mit einer starken Heldin, die folgenschwere Entscheidungen treffen muss. Es geht um Freundschaft, Liebe und Verrat, um Politik, Intrigen und Rebellion, um Gut und Böse – und jede Schattierung dazwischen.

 

FAZIT ist, dass mich das Buch nur zu 50% überzeugen konnte. Da es gerade im Englischen gezielt mit den dystopischen Bestsellerreihen Die Bestimmung und Die Tribute von Panem beworben wurden, habe ich einfach mehr erwartet. Ich werde wohl aus Neugier die Fortsetzung der Roten Königin lesen, spreche aber keine klare Kaufempfehlung aus. Für junge Leser vielleicht ein schönes Buch, für mich – vielleicht werde ich zu alt für Jugendromane – jedoch nicht. Wer gerne solche Bücher liest, soll sich nicht abhalten lassen und sich eine eigene Meinung bilden.

Ich möchte keine 2 Sterne geben, da es sich gut lesen lässt und auch nicht schlecht war. Für die Zielgruppe womöglich sogar ein echter Leckerbissen, für mich leider weniger. Knappe 3 von 5 Sternen.

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© D. B. Granzow

 

 

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[REZENSION] CRY BABY: SCHARFE SCHNITTE – GILLIAN FLYNN

Broschiert: 332 Seiten

Verlag: FISCHER Scherz

Genre: Thriller

© Alle Rechte am Coverbild liegen beim Verlag/Autor.

 

Klappentext:

›Babydoll‹ steht auf ihrem Bein. ›Petticoat‹ auf ihrer linken Hüfte. ›Böse‹ findet sich ganz in der Nähe. ›Girl‹ prangt über ihrem Herzen, ›schädlich‹ ist in ihr Handgelenk geritzt. Camille Preakers Körper ist übersät mit Wörtern. Wörtern, die sie sich in die Haut geritzt hat. Das letzte Wort, das sie sich einritzte, hieß ›verschwinden‹. Danach stellte sie sich. Den Therapeuten, aber auch ihrer Vergangenheit. In ihrer alten Heimatstadt Wind Gap wurden zwei Teenager entführt und er

mordet. Camille Preaker soll den Fall für ihre Zeitung vor Ort recherchieren. Sie findet die Dämonen ihrer Kindheit. Und die verbreiten nicht nur Angst und Schrecken, sondern töten auch.

 

FAZIT ist, dass mir das Buch zwar grundsätzlich von der Sprache her gut gefallen hat und ich sehr schnell durch war, allerdings war das die Handlung auch. Zu wenig Inhalt, so kam es mir jedenfalls vor – trotzt interessanter Protagonistin. Außerdem war der Ausgang recht schnell klar, was gerade zum Ende hin den Lesespaß gedämpft hat. Mich konnte Cry Baby nicht so überzeugen, obwohl es nicht schlecht war. Aber als Thriller eher schwach.

Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

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© D. B. Granzow

 

 

[REZENSION] THAT NIGHT: SCHULDIG FÜR IMMER – CHEVY STEVENS

Taschenbuch: 464 Seiten

Verlag: FISCHER Taschenbuch

Genre: Thriller

© Alle Rechte am Coverbild liegen beim Verlag/Autor.

 

Klappentext:

WENN DU SIE NICHT GETÖTET HAST, WER DANN?

Sie haben dich verurteilt. Wegen Mordes an deiner Schwester. Du weißt nicht, was in jener Nacht geschehen ist. Aber du weißt, dass der wahre Mörder irgendwo dort draußen sein muss. Und jetzt kommst du frei.

 

FAZIT ist, dass mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen hat. Besonders die genau skizzierten und ausgemalten Charaktere konnten bei mir durch Glaubwürdigkeit punkten. Der Schreibstil hat das Übrige dazu getan. Klare Kaufempfehlung für all jene, die nicht 100% Spannung brauchen und wert auf tolle Charaktere sowie eine ergreifende Hintergrundstory legen. Wären in der ersten Hälfte nicht die Längen gewesen, hätte Chevy Stevens ein paar mehr Spannungsmomente gestreut und das Ende überraschender gestaltet, gäbe es die volle Punktzahl. Aber ich möchte fair bleiben. So sehr ich das Buch mochte, von einem Thriller hätte ich ein bisschen mehr “Thrill” erhofft. Dennoch tolles Buch!!

So reicht es für mehr als sehr gut gemeinte 4 von 5 Sternen.

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© D. B. Granzow

 

 

SCHREIBWETTBEWERB: D. B. Granzow – »Vorurteile gegenüber Spielerfrauen«

Moin liebe Büchersnacker! Ich freue mich heute einen Beitrag vorzustellen, den ich im Rahmen eines Gewinnspiels eingereicht habe: eine Kurzgeschichte, Ich fand diese Form der Teilnahmebedingung unglaublich gut und habe zum Thema „Homosexualität im Profifußball“ und „Vorurteile gegenüber Spielerfrauen“ einen Text verfasst. Lest doch mal rein und bei Gefallen gerne „Gefällt mir“ drücken! Der Gewinn ist nicht für mich, aber ich möchte jemand anderem damit eine kleine Freude machen, also kostet mal den neuesten Snack! Ich hoffe er schmeckt euch! 🙂

Beste Grüße,
D. B. Granzow

(P.S.: Schaut Euch auch gerne mal auf dem passenden Blog von Sophie um, die dieses Gewinnspiel auf die Beine gestellt hat – es lohnt sich wirklich! Das sag ich nicht nur so…)

Tintenklecks

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FCD-Schreibwettbewerb

Thema: »Vorurteile gegenüber Spielerfrauen«
Autor: D. B. Granzow
 

⇒Wenn dir der Text gefällt Like und Teile ihn, denn so kommst du in den Los Topf und kannst tolle Preise gewinnen.


 Bedingungslos

Sie wünschte ihm wie immer viel Erfolg, bevor er ging und sie zurückließ. Ihr Lächeln war schwer und aufgesetzt, weder so herzlich noch so strahlend wie es einmal war. Das wusste er. Das bemerkte er. Seit zwei Jahren ging das nun schon so. Sie setzte ihr Lächeln auf, um den Leuten etwas vorzumachen. Um es ihnen rechtzumachen. Doch das konnte sie nicht. Egal was sie tat, sie war immer auf PR aus und suchte die Aufmerksamkeit der Presse. Immerhin war sie abgehoben, arrogant und unterkühlt. Dabei war sie genau das Gegenteil. Sie war selbstlos und bodenständig. Ja, sie lenkte die Medien auf sich, indem sie sich herausputzte und gut aussah. Allerdings trug sie die Kleidung nicht wegen…

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Wenn es an der Tür klopft und einen die Sense streift…

Ich weiß nicht, was diese Woche mit mir los ist. Ich bin übermotiviert (sehr wahrscheinlich um mein Gewissen zu beruhigen, dass Ich die kommenden Wochen weniger Zeit haben werde).

Habt ihr euch auch schon einmal die Frage gestellt, was es mit dem Leben und dem Tod so auf sich hat?

Im Rahmen eines „Spaßwettbewerbs“ unter Autorenkollegen, habe Ich eine Kurzgeschichte eingeschickt, die ins Rennen gehen soll. Da fiel mir auf, dass Ich sie ja – ob Gewinn oder nicht – ruhig auch mal an dieser Stelle posten und zum Lesen anbieten könnte. Um zu zeigen, dass Ich auch andere Seiten habe, als nur die des Phoenix mit Hayden.
Viel Spaß beim Lesen und einen schönen Tag allen zusammen!

 

DIE SACHE MIT DEM TOD

 Das Leben. Wir werden alle in eins hinein geboren. Haben keinen Einfluss darauf. Können es uns nicht aussuchen. Wir bekommen es einfach zugeschrieben. Ob es uns passt oder nicht. Mit jeder unserer Taten beeinflussen wir es und bringen es in eine Richtung, die wir für uns vorsehen. Als ich noch ein kleiner Bub war, sagte meine Oma immer: „Das Leben ist eine unendliche Autobahn. Verpasst man die eine Ausfahrt, nimmt man die nächste. Alle Wege führen ans Ziel. Egal welchen man einschlägt.“ Was meine liebe Oma – möge sie in Frieden ruhen – dabei jedoch immer geschickt verschwiegen hatte, war die Tatsache, dass es kein Entkommen von der Autobahn gibt und sie für jeden einzelnen von uns tödlich endet. Das Kollektivziel, wenn man so will, ist demnach der Tod. Ein aussichtsloses Unterfangen diese Autobahnmetapher. Ich frage mich noch heute, ob sie es absichtlich ausgelassen hatte oder ob sie es einfach nicht besser wusste.
Mit dreiundneunzig verkündete ihr schließlich das Navi: „Sie haben ihr Ziel erreicht!“
So muss es für sie gewesen sein, um in ihrer Metapher zu bleiben. Uns teilten die Ärzte ihren Tod mit. Die liebe Oma hatte denen wohl auch ihre Autobahntheorie gepredigt. Der Arzt sagte etwas von einer langen Reise und dem Licht am Ende. Heute weiß ich natürlich, dass man das so sagt. Als elfjähriger Knirps war dem noch nicht so. Was ich rückblickend allerdings sagen kann, dass mich der Tod seither beschäftigt hat. Nicht nur der Tod. Mit ihm das Leben. Fragen wie „Was ist der Sinn des Lebens?“ oder „Gibt es einen Gott? Einen Himmel? Ein Leben nach dem Tod? Gibt es einen Tod? Einen Sensenmann?“ füllten mein unbeschwertes Köpfchen. Mich haben diese Gedanken immer wieder in ruhigen Stunden eingeholt. Schlauer bin ich dabei niemals geworden. Eher schlossen meine philosophischen Tauchgänge in den Fragensumpf rund ums Leben und den Tod mit einer weiteren Frage: Gibt es überhaupt Antworten? Vielleicht ein Ministerium oder Rat, der sich damit ausgiebig und intensiv beschäftigt? Ich musste bitter feststellen, dass es solch ein Ministerium nicht gab. Nicht direkt jedenfalls. 25 Jahre später war ich kein Stück schlauer, wie die ominöse Affäre, die wir Menschen mit dem Leben und dem Tod am Laufen haben, begonnen hat und worin ihr Zweck bestand.
Die Sache mit dem Tod blieb mir ein Mysterium.
Doch eines Tages hatte mich das Leben fest in seinen Fängen und es gab weitaus größere und bedeutendere Probleme, mit denen ich mich herumschlagen musste. Miete, Wohnung, Freundin, Job. Um einen Bruchteil der Dinge zu nennen. Der Tod aber blieb ein präsentes Thema im Hindernisparcours, der sich Leben nannte. Meine lieben Eltern segneten das Zeitliche sowie die restlichen drei Großeltern, ein Onkel und die ein oder andere Katze der unglaublich einsamen Nachbarsfrau. Die Reihenfolge versteht sich nach dem Grad meiner Trauer. Dass ich die Katzen überhaupt mit aufführe, spricht ihnen schon viel zu großes Interesse meinerseits zu. Das sollte ich vielleicht überdenken…
Wo war ich? – Ah, die Sache mit dem Tod.
Da gab es beispielsweise den Kommilitonen, der sich vom Balkon seines Appartements im 23. Stock warf und starb. Die Freundin meines Schwagers Bruder, die sich vor den ICE von Düsseldorf nach Bremen warf und starb. Oder die Mutter des Freundes eines Freundes einer Freundin meiner Freundin, die sich vollbekleidet in die Badewanne legte, die Dusche anstellte und ein elektrisches Gerät mit sich brachte, es ins Wasser warf und starb. Ich könnte ewig so weiter machen und mit jeder neuen Person würde es ausgefallener werden. Was sich die Menschen in ihrer Verzweiflung doch für komplexe und kreative Gedanken machen, wie sie sich von dieser Welt und ihrem Leben verabschieden wollen. Ich fragte mich immer, wo sie die Zeit dafür hernahmen. Ich hatte noch nicht einmal Zeit meine Mahlzeiten zu kauen oder meine Klamotten zu wechseln. Wenn ich nicht zuhause war, war ich arbeiten. Wenn das nicht der Fall war, bin ich im Krankenhaus gewesen. Ich hatte gar keine Zeit dafür, mir Gedanken um mein eigenes Ableben zu machen. Eines hatte mir Omas Tod vor etwa 25 Jahren klar gemacht: Jeder beißt irgendwann ins Gras. Das ist der Deal. Du lebst frei nach deinen Vorstellungen, bist für den Mist den du verzapfst selbst verantwortlich und kehrst dann irgendwann dahin zurück, von wo du kamst. Der Tod erwartet uns alle. Da hilft auch kein Stupor oder Expecto Patronum. Und nun schlich er sich erneut in mein Leben. Meine Freundin erkrankte schwer an Krebs. Wir erkannten ihn erst viel zu spät. Die Chemo schlug nicht an. Statt mir mit Hochzeit und Kindern und einem Haus in den Ohren zu liegen, sah sie mich stumm an. Schwach und wortlos. Doch ich verstand ihre Qualen. Der Tod kratzte an ihrer Tür. An unserer Tür. Sie war bereit ihm Eintritt zu verschaffen.
Ich dachte verstärkt über die Sache mit dem Leben und dem Tod nach.
Ich durchlief gedanklich immer häufiger mein eigenes Leben. Mit sechs eingeschult, dreizehn Jahre zum Abitur. Sechs Jahre im Studium. Sechs weitere Jahre in der Ausbildung und schließlich vier Jahre im Beruf. Die letzten sieben Jahre teilte ich es größtenteils mit ihr. Sieben wunderschöne Jahre. Wenn ich darauf zurückblickte, überkam mich eine Unruhe, eine Sentimentalität, Wut, Trauer. Jedes erdenkliche Gefühl. Ich bemühte mich meiner Freundin die verbliebenden Tage so angenehm wie möglich zu machen. Ich brachte Fotoalben, Freunde, Verwandte, Blumen. Doch ihre Augen hatten den Glanz verloren. Ich war ratlos, gab auf und saß stumm an ihrer Seite, hielt betrübt ihre Hand und küsste sie beistehend. Ich pendelte zwischen Krankenhaus und Arbeit. War fast nie zu Hause. An ihrer Seite sitzend fragte ich mich, wie ich unbeschwert weiterleben sollte, wenn sie fort war. Ich fand keine Antwort darauf. Immer wieder kamen mir die vielen Toten in den Sinn, die ich in meinem Leben schon zu Gesicht bekommen hatte. War das Leben bloß ein Test unserer Stärke und Willenskraft? Wollte jemand bloß mit uns allen ein Spiel spielen? Ich muss mich bereits in einer dieser Phasen der Trauer befunden oder geflohen haben, obwohl meine Freundin noch lebte.
Dann kam die Sache mit dem Tod.
Der Tag, der mein gesamtes Leben um 360 Grad wenden sollte. Ich fand Antworten auf die Fragen, die ich so lange vergeblich gesucht hatte. Ich sah eine Möglichkeit meiner Freundin ihre größte Sehnsucht zu erfüllen. Sie sah mich müde an, als ich eintrat. Ich überbrachte ihr die Neuigkeiten meiner Beförderung und stellte ihr eine Frage. Die essentiellste Frage, die ich je stellte. Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Der Anblick den sie mir bot rührte mich zutiefst. Vielleicht war es auch nur der Gedanke, sie bald zu verlieren. Sie nickte kaum vernehmlich und reichte mir ihre Hand in der Kenntnis, welche Konsequenz meine Berührung von nun an hatte. Das erste Lächeln seit Wochen kam über ihre Lippen und verschwand mit unserer Berührung. Ich wusste nicht, ob es Erleichterung oder Trauer war, die mir Tränen in die Augen trieb. Vielleicht beides. Es fiel mir jedoch leicht den Tod zu akzeptieren, denn tot sah sie friedlicher aus. Ich hatte ihrem Navi ein neues Ziel erteilt. Sie war angekommen.
Wie ich das angestellt hatte, wollt ihr wissen?
Nun ja, sagen wir es so: Mir bot sich ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte. Eine Beförderung der etwas anderen Art. Oma hatte Recht und es gibt immer einen Weg zum Ziel. Ich wollte das Leben verstehen und es ergründen. Mein Ziel war es, Antworten zu finden. Das hatte ich viele Jahre als Pathologe im Sinne der Biologie getan. Doch die wahren Antworten brachte mir erst die neue Stelle. Eine einzige Berührung. Ich war wie Gott. Nur schenkte ich kein Leben, ich nahm es. Ich nahm die Last von den Menschen, wenn sie mich darum baten. Mit einer kleinen Berührung. Der Tod ist ein Beruf. Nicht gut bezahlt – eigentlich sogar unbezahlt, jedoch auch unbezahlbar. Es gibt etliche Kollegen, die man nicht wirklich kennt und deren Arbeitsmethoden man nicht alle gutheißt. Man fährt auf der unendlichen Autobahn, muss kein Benzin tanken und sich keine Gedanken um das Ziel machen. Man selbst ist das Ziel.
Das ist die Sache mit dem Tod.
Und nein, der Tod ist nicht nur eine einzige Person, trägt keinen schwarzen Umhang, schleppt keine Sense mit sich herum und besteht auch nicht nur aus Knochen. Der Tod ist in meinem Fall 36, Pathologe, 1,92 groß, 96 Kilo schwer, braunhaarig, trägt Jeans, Shirt und braune Lederschuhe, isst gerne Pizza Hawaii und trägt zum Lesen eine Brille.

 

© D. B. Granzow

[Rezension] Die Dreizehnte Fee: Erwachen – Julia Adrian

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1132 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 213 Seiten
ISBN-Quelle für Seitenzahl: 373754252X
Verlag: neobooks Self-Publishing
Erscheinungstag: 20. Juli 2015
Sprache: Deutsch
ASIN: B00W69O9UA
Genre: Märchen, Sagen und Legenden

© Alle Rechte am Coverbild liegen beim Verlag/Autor.

Klappentext:

Ich bin nicht Schneewittchen.
Ich bin die böse Königin.

Für tausend Jahre schlief die Dreizehnte Fee den Dornröschenschlaf, jetzt ist sie wach und sinnt auf Rache. Eine tödliche Jagd beginnt, die nur einer überleben kann. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Hexenjäger erkundet sie eine Welt, die ihr fremd geworden ist. Und sie lernt, dass es mehr gibt als den Wunsch nach Vergeltung.

»Kennst du das Märchen von Hänsel und Gretel?«, frage ich flüsternd.
Er braucht mir nicht zu antworten, er weiß, dass nicht alle Märchen wahr sind. Nicht ganz zumindest.
Es gibt keine Happy Ends, es gab sie nie. Für keine von uns.

Meinung zum Buch:

Ich bin gestern auf meinem Tablet im Rahmen einer E-Book Aktion unter insgesamt 30 Werken auf das Buch gestoßen und habe spontan zugegriffen. Das Cover und der Titel fallen bei der Bewertung für mich zwar grundsätzlich nicht ins Gewicht, verdienen allerdings eine Erwähnung. Ich finde zum Märchenthema passt das Cover ausgesprochen gut. Es ist mit den Farben sehr schlicht und dennoch stark. Der Titel war der eigentliche Grund für mein Interesse, da die 13. Fee mich an Dornröschen und Malefiz denken ließ. Beim Lesen stieß ich dann zumindest auf eines von beidem.

Die Geschichte startet mit dem Erwachen der dreizehnten Fee, die Dornröschens Platz aus dem traditionellen Märchen eingenommen hat und von einem Prinzen wachgeküsst wird. Sie hegt Rachegelüste gegen die, die ihr das antaten und versucht diese mithilfe des Hexenjägers in die Tat umzusetzen. Von da an begleitet der Leser die beiden auf ihrem gemeinsamen Rachefeldzug, der Unerwartetes auf den Plan ruft.

Die Handlung war wirklich sehr unterhaltend und gut durchdacht. Es hat mir wirklich Spaß gemacht der Geschichte zu folgen und Anspielungen auf andere Märchen über Dornröschen hinaus zu entdecken. So kommen Hänsel und Gretel (was ich klasse fand!) u. a. im Märchen vor. Die Idee allgemein war sehr gelungen, allerdings verlief mir die ganze Handlung etwas zu schnell und war dementsprechend für meinen Geschmack zu sehr gestrafft. Hier hätten kleine, ruhigere Szenen evtl. ausgeholfen, um das Tempo ein wenig rauszunehmen.

Zu schnell – und besonders zu seltsam – verlief mir die Personenentwicklung und die der Hauptcharaktere. Wir sind hier im Märchen, das ist wahr, aber dennoch wurde ich weder mit Lilith (der 13. Fee) noch mit dem Hexenjäger besonders warm. Sie haben beide nicht gerade nachvollziehbar gehandelt – besonders der Jäger hat das ein oder andere Fragezeichen in meinem Kopf hervorgerufen, wo ich mir dachte, was ist mit ihm falsch. Auch die Fee wirkte irgendwie gewollt und so gar nicht greifbar. Sie war manchmal überaus anstrengend. Mir war sie viel zu gefühlsduselig. Klar, darum geht’s ja hauptsächlich, aber ich hatte das Gefühl, dass sie es übertreibt. Wäre sie ein Teenager, hätte mich das nicht gestört, aber sie ist eine gestürzte Königin und uralt. Dafür war sie zu verweichlicht. Am Ende wurde mir einiges klar, aber da war dann auch schon leider das Buch zuende.

Mich irritierte zudem in diesem Buch die Erzählerperspektive, da sie mit den herkömmlichen Märchen bricht, was grundsätzlich OK ist, das tut das Buch ja auch – und zwar gezielt. In der Ich-Form füttert uns Lilith mit ihren Gedanken und Erinnerungen. Besonders Letzteres mochte ich unglaublich gerne. Es hat unsagbar viel Spaß gemacht in ihre Erinnerungen zu tauchen. Der Schreibstil der Autorin ist fantastisch gewesen. Er passte zum Märchenhaften, war flüssig, bildlich und wirklich zutreffend. Von vorne bis hinten klasse! Davon sollte man sich eine Scheibe abschneiden…

Die Autorin schaffte es, in mir viele Kindheitserinnerungen auszulösen und den Zauber der Märchen aufleben zu lassen.

Mein Highlight waren die kleinen Illustrationen, die eingebaut wurden. Mich hat das überrascht und schön anzusehen waren sie auch. Mal etwas Besonderes!

FAZIT ist, dass das Buch eine unterhaltsame und angenehme Story ist, die bei mir mit den Charakteren leider gar nicht punkten konnte, ansonsten aber aufs Ganze überzeugte. Mit einem wahnsinnig guten Schreibstil und einer interessanten Story, hat es Julia Adrian geschafft, mich für die mögliche Fortsetzung zu gewinnen, die das Ende vermuten lässt. Ich bin gespannt, wie das Märchen ausgeht! Für Märchenfans und all solche, die gerne neue Perspektiven auf Altbekanntes werfen eine klare Kaufempfehlung! Von Selbstverleger zu Selbstverlegerin: tolle Arbeit, weiter so!

© D. B. Granzow

[Rezension] Die Königin der Schatten – Erika Johansen

Broschiert: 544 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungstag: 15. Juni 2015
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3453315860 (Deutsche Erstausgabe)
Originaltitel: The Queen of Tearling Book 1
Genre: Fantasy (mit dystopischer Note)

© Alle Rechte am Coverbild liegen beim Verlag/Autor.

Klappentext:

Der Thron wartet auf seine Königin. Falls sie lange genug lebt, um ihn zu Besteigen …

Das Königreich Tearling ist ein armes Land – zerrüttet von Machtgier, Korruption und Intrigen. Um der Invasion durch seinen mächtigen Nachbarn Mortmesne zu entgehen, schloss Tearling einst einen so verhängnisvollen wie grausamen Pakt – einen Pakt, den niemand infrage stellte, bis die junge Prinzessin Kelsea Glynn an die Macht kommt: Sie ist entschlossen, das Unrecht in ihrem Land zu beenden. Doch wenn sie am Hof überleben will, darf sie sich keinen einzigen Fehler erlauben.

Neunzehn Jahre lang führte die junge Prinzessin Kelsea Glynn ein abgeschiedenes Leben in der Obhut ihrer Pflegeeltern. Nun ist der Tag gekommen, an dem sie von der Leibwache ihrer verstorbenen Mutter an den Königshof zurückeskortiert wird, um die Herrschaft über das magische Königreich Tearling anzutreten. Doch Tearling ist ein armes Land, ständig bedroht von seinem mächtigen Nachbarn Mortmesne. Um ihre Herrschaft zu sichern, schloss Kelseas Mutter einst einen verhängnisvollen Pakt. Einen Pakt, dessen Konsequenzen Kelsea nun zu spüren bekommt, denn es trachtet ihr nicht nur die Rote Königin von Mortmesne nach dem Leben, auch ihr Hofstaat, schlimmer noch, ihr eigenes Volk misstraut ihr. Nur wenn sie einen Weg zu ihrem magischen Erbe findet, kann Kelsea ihre Untertanen vor Mortmesne schützen. Falls sie lange genug auf dem Thron sitzt. Falls sie lange genug überlebt . . .

Meinung zum Buch:

Durch diverse Buchblogger bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Zwar fließen diese beiden Aspekte nicht in die eigentliche Bewertung des Buchs mit ein, aber mir gefiel besonders die düstere Farbgestaltung des Covers, die unglaublich gut zum Inhalt passt, während der Titel mir ein wenig schleierhaft blieb (zumindest der Teil mit den Schatten… habe ich da was verpasst?). Nicht gefallen haben mir die Schnörkel, die den Titel umranken.

Die Geschichte setzt an dem Morgen von Kelseas Eskortierung nach Neulondon an, wo sie den Thron besteigen soll und sich plötzlich mit Menschen und Problemen konfrontiert sieht, die sie im Cottage, wo sie bei ihren Pflegeeltern Barty und Carlin aufwuchs, nie begegnete. Von da an begleitet der Leser ihren Aufstieg zur Wahrhaften Königin.
Ich mochte Kelsea wirklich gerne, da sie sehr facettenreich ist. Sie ist optisch so gar nicht, wie man sich eine Prinzessin vorstellt – pummelig und eher unscheinbar – und genügt auch nicht den höfischen Gepflogenheiten. Sie ist eher burschikos und versucht vor den Männern ihrer Garde und darüber hinaus Stärke und wahren Mut zu beweisen. Mit ihren neunzehn Jahren wirkt sie manchmal etwas unreif, um dann ein anderes Mal mit ihren gelehrten Worten deutlich reifer zu wirken. Das hat mir unglaublich gut gefallen. Vor allem die Idee mit der Belesenheit. Wirklich unbeschreiblich schöne Momente, die uns Erika Johansen mit ihrer Protagonistin da in der Bibliothek beschert hat. Eine winzige Schwachstelle hatte ihr Charakter jedoch – ihr mageres Selbstwertgefühl. Sie fühlt sich ständig hässlich und vergleicht sich mit den schöneren, schlankeren Zofen oder Adligen, was mich schon ein ums andere Mal gestört hat. Aber sie ist äußerlich eben so BESONDERS untypisch für eine Königin, dass ich es irgendwie auch reizvoll fand. In diesem Punkt schien sie eine leichte Zerrissenheit zu haben, mit der sie nicht als Einzige in dem Buch zu kämpfen hat. Aber von solchen Dingen lebten die Charaktere, die allesamt sehr gut ausgearbeitet und mehr oder weniger sympathisch waren. Kein Mensch hat nur die eine Seite. Sehr gut!

Die Handlung ist sehr bildlich geschildert und gut dosiert mit Details gespickt, wodurch eine Vorstellung von dem Setting des Buchs, den einzelnen Orten und der Menschen nicht schwerfiel. Allgemein war der Schreibstil sehr angenehm. Er war nicht zu simple, aber keinesfalls zu komplex, unglaublich flüssig und anschaulich. Hat mir sehr gut gefallen, wodurch sich die Handlung natürlich ungemein bequem verfolgen ließ und mitreißen konnte. Die Handlung hat mich auch weitestgehend überzeugt und mit seichten so wie action- und spannungsgeladenen Momenten gepunktet. Wobei ein paar mehr Spannungsmomente hie und da sicherlich möglich gewesen wären. Neben Kelsea begleitet der Leser noch den Torwächter Javel, die Rote Königin aus Mortmesne, Pater Tyler sowie den Regenten Thomas Raleigh. Die Übergänge dazwischen sind fließend und greifen ineinander über, was dem Ganzen eine lebhaftere, dynamischere und interessantere Note verleiht hat. Am Ende bleiben zwei wichtige Fragen offen, von der eine bereits im ersten Einleitungszitat angedeutet wird und die andere den mysteriösen Vater der Diebe betrifft, der Fetch, der es irgendwie schafft ein Stückweit Kelseas Herz zu stehlen.

Das Genre: Der Aspekt der Magie nimmt erst zum Ende des Buches deutlich zu, weswegen sich der Großteil für mich eher wie eine Dystopie weniger wie Fantasy gelesen hat, was mich jetzt nicht gestört hat.

Mein absolutes Highlight waren die Einleitungszitate aus den fiktiven Geschichtsbüchern o.ä. aus und/oder über Tearling. Inhaltlich wie sprachlich konnten sie mich überzeugen und auf eine sehr subtile Weise auf das Bevorstehende hinweisen, ohne zu viel vorweg zu nehmen. Clever gemacht!

Eine letzte Kritik bleibt leider nicht aus: Der Weltenentwurf, der mich im Buch leicht zum Schmunzeln gebracht hat, ohne dies zu beabsichtigen. Da waren für mich ein paar Ideen dabei, die meinem Geschmack nach ein wenig besser hätten durchdacht werden können, ohne der Autorin zu nahe treten zu wollen. Sie hat ansonsten nämlich einen so guten Job geleistet, der dadurch leider einen klitzekleinen Zacken aus der Krone gebrochen hat. Die Sache mit der Überfahrt … hmmm. Das weiße Schiff – OK?! Die Rohstoffvorkommen, die mir irgendwie lückenhaft vorkamen… Den Bezug zur Gegenwartsliteratur (Hobbit und Harry Potter) fand ich sehr witzig, wenngleich etwas irritierend. Die Rückläufigkeit der Gesellschaft durch den Verlust von Technik und Medizin finde ich plausibel, aber nicht in diesem Maße. Die Menschen verdummen doch nicht so sehr, dass sie sich im epochengetreuen Mittelalter wiederfinden. Analphabetismus und Monarchie in Ordnung, aber dieses ganze klerikale, christliche Kirchengeplänkel war mir doch zu unrealistisch.

FAZIT ist, dass sich das Lesen auf jeden Fall gelohnt hat und ich sowohl die Handlung als auch die Charaktere als sehr glaubwürdig und spannend empfunden habe, sodass ich mich schon jetzt auf die Fortsetzung freue. Ich muss gestehen, dass ich ein „GoT“-Gefühl beim Lesen entwickelt habe, da mich die Geschichte ein wenig an Daenerys Targaryens Aufstieg erinnerte, was ich nicht genauer erklären kann. Wirklich ein sehr schönes Buch, das die volle Punktzahl um Haaresbreite verfehlt hat, wäre der Weltenentwurf doch ein wenig anders ausgefallen. Auf jeden Fall für Fantasy/Dystopie-Fans eine klare Leseempfehlung!

© D. B. Granzow