Der Lieblingsbüchersnack: Inhalt schmackhaft und reichhaltig servieren!

Liebe auf den ersten Blick? Beim genaueren Hinsehen, doch nicht das Wahre? Was sich im Zwischenmenschlichen schon lange bewährt hat, ist auch im übertragenen Sinn auf das Buch zutreffend. Es stimmt nämlich: die inneren Werte zählen.

Das Äußere verhilft zwar zu Bekanntschaften – das Innere schafft jedoch die Bindung.

Wie bei uns Menschen, kann ein Buch äußerlich noch so gut aussehen, noch so viel hergeben, betören und locken; letztendlich entscheidet, was hinter dieser Fassade steckt und ob das Buch tatsächlich hält, was es verspricht.
Ähnlich verhält es sich beim Essen. Ein Gericht sieht köstlich aus. Schmeckt es aber letztlich auch so gut, wie es aussieht?
Du wirst sicherlich selbst schon auf die Reize der Optik reingefallen sein und rückblickend deine Entscheidung bereut haben. Die attraktive Bekanntschaft, die auf den ersten Blick vielversprechend war. Das Aussehen hat zugesagt, die ersten Informationen haben gefallen und Interesse geweckt – und schließlich: nichts als große Worte, leere Versprechungen und heiße Luft! Das Gericht im Restaurant, das auf der Abbildung lecker aussah, mit guten Zutaten zubereitet wurde und dennoch ungenießbar war. Das Buchcover, das großartig aussah mit einer schicken Aufmachung – und dazu strotzte der Klappentext nur so vor Spannung. Womöglich war dem aber gar nicht so und Du hättest dich niemals dafür entschieden, wären nicht überall die großen Kritiken, Anzeigen und Lobeshymnen auf dich hineingeprasselt, deren Druck Du letztendlich doch nachgegeben hast. Auf den Bestsellerlisten wurde es zudem als „einzigartiges Werk“, „packende, fesselnde Geschichte die sowohl rührt, erfreut und schockiert“ oder „hochexplosiver Lesegenuss“ gepriesen. Dann kommt die wirklich brennende Frage: ist es wirklich so gut, wie es aussieht und klingt/wie alle sagen? Die ernüchternde Antwort: Naja.

Man hat sich sich täuschen lassen. Geblendet vom Schein.

Die Wahrnehmungen haben unseren Blick vernebelt. Das Problem ist ganz klar, dass jeder Mensch subjektiv für sich entscheidet, was ihm gefällt und was eher nicht. Der Buchmarkt lebt von Empfehlungen. Ähnlich wie die Musik. Bestsellerlisten (Charts) machen aus, was die Leute kaufen. Das heißt noch lange nicht, dass sie gut sind oder alle anderen Bücher schlecht. Es verschafft Bekanntheit. Je mehr Leute davon hören, desto eher finden sich Abnehmer. Das Prinzip der Werbung ist heute erfolgreicher denn je. Das Geheimnis eines Bestsellers ist demnach nicht ausschließlich der Inhalt, sondern die betriebene Marketingform.
Je präsenter das Buch ist, desto mehr Leser erreicht es – die potenziellen Käufer.

Meine Aussage ist hier und jetzt jedoch nicht, dass Du möglichst radikal dein Buch vermarkten sollst. (Wenn überhaupt solltest du geschickte Werbung betreiben und nicht die Leute damit bombardieren. Die meisten Menschen mögen keine verzweifelten Autoren, die krampfhaft ihre Bücher verkaufen wollen. Sie möchten nicht belästigt werden, sondern frei entscheiden. Das nur als kleine Notiz am Rande.) Vielmehr möchte Ich dich dazu ermutigen, dein Hauptaugenmerk auf den Inhalt deiner Geschichte zu legen. Konzentriere dich auf das Gesamtprodukt und optimiere deinen Text, dass Du dir nichts vorzuwerfen hast. Will niemand dein Buch haben, musst Du nicht anfangen dich und deinen Text zu hinterfragen. Zweifel sind in Ordnung, aber wenn Du deinen Inhalt authentisch, in sich schlüssig, interessant und bunt gestaltest, sollten sie hauptsächlich dem Verlagswesen und dem Markt gelten und nicht ausschließlich dir oder deinem Werk. Erinnere dich immer an unsere erste Lektion. Schreibe in erster Linie die Geschichte, die du erzählen möchtest. Stehe dazu und verstecke dich nicht hinter Ausreden und Zweifeln.
Gerade in unserem Metier braucht man Ausdauer, Geduld und Kraft (wenn das Glück nicht für dich bestimmt, sondern anderen vorbehalten ist), um anzukommen. Solange Du hundert Prozent gibst, brauchst Du dich nicht zu schämen, wenn es nicht auf Anhieb klappt.
Aber zurück zum eigentlichen Thema. Der Inhalt ist das, was zählt und worauf es ankommt.

Eine geniale Idee oder auch ganz einfach eine gut erzählte und umgesetzte – wenn auch vielleicht banale – Geschichte, kann dich genauso in den Literaturolymp heben, wie ein lediglich massenhaft vermarktetes Buch absoluter Mittelmäßigkeit.

Die Willkür des Buchmarktes ist nun einmal Konsum abhängig und resultiert nicht unerheblich aus internationalen Erfolgswellen, die zu uns herüberschwappen und hier in Deutschland einen großen Stellenwert einnehmen. Mit diesem Thema werde Ich mich allerdings in einem weiteren Artikel gesondert auseinandersetzen.
Was den Inhalt deines Werks angeht, kann Ich natürlich nicht viel sagen. Ich rate dir bloß, dass Du während des Schreibprozesses nicht zu sehr auf den äußeren Umfang oder die Erscheinung achten solltest, sondern konzentriere dich viel mehr auf die eigentliche Geschichte, die Ereignisse und Handlungen. Wenn Du erst einmal deine Geschichte erzählt hast, kannst Du dich in Ruhe dem Layout und äußeren Erscheinungsbild widmen. (Als Autor blutet einem mit jeder Kürzung oder Streichung das Herz. Dafür gibt es jedoch deine Korrekturleser, die dir Hinweise geben können, welche Stellen überarbeitet werden sollten. Auch später in der Zusammenarbeit mit professionellen Lektoren, wird dir diese Erfahrung nicht erspart bleiben. Wichtig: Lass dir nicht unbegründet in den Inhalt fuschen und nimm keine Streichungen vor, die für die Geschichte [nicht für dich!] unentbehrlich sind.)
Hingegen ist gerade die schreibbegleitende Kapitel- und Szeneneinteilung relativ unkompliziert und problemlos in den Schreibfluss einzubeziehen. Dies erleichtert unter anderem die Planung weiterer Handlungs- und Ereignisabläufen (wenn Ideen im Kopf aufflammen). Zudem profitiert dein Zeitmanagement dadurch insofern, dass Du dir um ein Uhr morgens mit geröteten, juckenden Augen sagen kannst: „Noch eben das Kapitel, dann mach ich Schluss für heute.“
Dasselbe gilt auch bei dem späteren Korrekturlesen.

Egal wie Du bei deiner Arbeit vorgehst, lege den größten Wert auf den Inhalt der Geschichte. Guter Sprachstil, starke Wortbilder, interessante Ereignisse, spannende Charaktere, Dialogdynamik und und und – all das macht den Inhalt aus.
Wenn Du langfristig Leser erreichen, unterhalten und berühren möchtest, fülle deine Geschichten dementsprechend großzügig und reichhaltig aus, damit sie (die Leser) deine Geschichten lieben und ihnen treu bleiben.
Das soll jedoch nicht heißen, dass das Äußere vernachlässigt werden sollte. Cover und Klappentext sind noch immer Lesermagneten. Der Mensch ist und bleibt Ästhetiker und wirft schneller einen Blick auf das Schöne. Doch auf den ersten Blick folgt bald der nächste – und der entscheidet schließlich.

Wir haben somit unsere nächste Lektion gelernt: Locke mit dem Layout, fessle durch den Inhalt.

Das Auge isst mit, der Gaumen entscheidet.

Denk immer daran, wenn Du ein neues Projekt startest. Achte selbst einmal bei dem nächsten (Fremd-)Buch, das Du dir zu Gemüte führst, darauf, worin deine Kaufmotivation begründet lag und ob das Buch tatsächlich ein guter Snack oder ein faules Ei war.

 

Gutes Schaffen und immer schön den Büchersnack griffbereit halten!

 

D. B. Granzow

 

 

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