Checkliste zum Erfolg

„Der Weg ist das Ziel.“
Diesen Spruch hat sicherlich jeder von uns schon einmal gehört. Über die Bedeutung und den Gehalt der Worte kann man sich streiten. Unser Ziel hier ist der Buchvertrag bei einem Verlag. Aber wie Ich bereits im Eröffnungsartikel geschrieben habe, beginnt mit der Zielsetzung das eigentliche Problem. Der Weg. Wie komme ich ans Ziel?
Wie Xavier Naidoo ihn in seinem Lied richtig besungen hat, wird dieser Weg kein leichter sein. Wenn Du meinst, dass das hier ein Spaziergang wird, wirst Du dich womöglich irren. Jeder Weg birgt seine eigenen Überraschungen und Hürden. Schon so viele Menschen vor uns sind diese Route gegangen. Die einen haben sie gemeistert, andere sind auf der Strecke geblieben. Nun ja, sehen Wir der Wahrheit ins Auge: den ersten Weg, den der Mensch einschlägt, gewinnt er als Einzelkämpfer. Die Prämie – das Leben. Du verstehst.
Verglichen zu diesem (zugegeben) einfallslosen Beispiel, gibt es für dich und mich doch größere Hoffnung. Es gibt ja nicht bloß den einen Verlag. Wir befinden uns auch nicht in den Hungerspielen, wo es ebenfalls nur einen Sieger geben kann. Die Bücherläden wären trostlos, wenn es so wäre. Und eben darum geht es schließlich. Die Bücherläden. Nach dieser abschweifenden Einleitung, habe Ich doch noch den Bogen zurückspannen können (Puh, wie geschickt von mir…).
Damit unsere Reise nicht im Nirgendwo endet und Du und Ich den richtigen Kurs halten, lohnt es sich eine Checkliste anzufertigen, die Du nach und nach abhaken kannst. So behältst Du einen klaren Kopf und den Überblick über deine Reise.
Wie auf jeder gut überlegten Reise und frei nach dem Spiel packe Ich meinen Koffer und nehme mit:

  1. Eine Entscheidung, ein Ziel
  2. Eine Idee
  3. Durchhaltevermögen und Kreativität
  4. Starke Nerven und Geduld
  5. Freunde, Verwandte, Unbekannte
  6. Geschick, Gespür, Überzeugungskraft
  7. Selbstvertrauen
  8. Überlebenswille
  9. Ein dickes Fell, festes Schuhwerk
  10. Bescheidenheit.

Du siehst, der Koffer bist Du (metaphorisch gesprochen). Aber keine Angst, wenn die Last einmal zu schwer wird, schmeiß ‘ne Verschnaufpause ein, bleib flexible und geschmeidig, damit Du nicht platzt! Niemand hat gesagt, Autor sein, wäre leicht.
Wie viel wovon und wofür, das erfährst Du hier.

1. Eine Entscheidung, ein Ziel

Die haben Wir getroffen und uns das Ziel gesetzt: einen Roman schreiben, diesen mithilfe eines Verlagspartners verlegen und veröffentlichen lassen.
Ein Buch auf den Markt/in den Handel bringen!
(Der erste Punkt kann individuell abweichen, wenn Du bspw. ein Sachbuch, eine Kurzgeschichtensammlung, Poesie und/oder wissenschaftliche Texte veröffentlichen möchtest oder lediglich Interesse am Abschluss deines eigenen Romans hast. Egal was es ist, Du musst wissen, wohin Du möchtest und was Du erreichen willst, damit Du nicht blind und ziellos umherirrst. Wenn sich dein Ziel mit der Zeit verschiebt und Du eine andere Richtung einschlagen möchtest, kannst Du das noch immer tun.)

2. Eine Idee

Worüber möchte Ich schreiben? Welche Geschichte möchte Ich erzählen?
(Hier liegt es ebenso an dir, wo deine Prioritäten liegen. Möchtest Du möglichst schnell ans Ziel kommen, solltest Du natürlich die Konkurrenz, den Markt und die Nachfrage im Auge behalten und mögliche Lücken besetzen oder angesagte Genre nutzen. Doch auch hier ist ein Erfolg keine Garantie. Wichtig: schreibe aus Interesse/Lust/Glaube an deine/r eigene/n Idee. In jedem Fall braucht es Überzeugung, um zu punkten.)

3. Durchhaltevermögen und Kreativität

Erzähle deine Geschichte, konstruiere Charaktere, Beziehungen und Handlungen. Tauche ein in dein Schaffen, lass dich darauf ein und lerne deine Materien kennen. Verpacke deine Ideen in Worte und lass sie aufleben. Aber: Tauche immer wieder zurück an die Oberfläche, um durchzuatmen und Luft zu holen, damit Du nicht ertrinkst!
Schreibblockaden schreien nach Pause, Ablenkung, Auszeit!
Schließe das Projekt ab. Wichtig: nimm dir die Zeit, die Du brauchst, um deine Geschichte so zu gestalten, wie Du sie für erzählenswert hältst.
(Ob Du bereits vorher ein detailreiches Gerüst mit Abläufen, Skizzierungen u.a. anlegst, liegt wieder bei dir. Du musst ausprobieren und herausfinden, welche Arbeitsweise für dich die richtige ist. Beim Entstehungsprozess deiner Arbeit kann dir niemand vorschreiben, wie Du zu arbeiten hast. Finde es für dich selbst heraus.)

4. Starke Nerven und Geduld

Steht der Inhalt deines Texts, geht es ans Eingemachte. Wenn Du dachtest, der schwierige Teil liegt hinter dir, muss Ich dich enttäuschen. Er fängt jetzt erst an!
Das Schreiben war ein Kinderspiel, denn Du durftest völlig frei und ungezwungen deine Gedanken und Ideen verschriftlichen (Ja, zugegeben, das ist auch Arbeit und nicht immer leicht, doch weitestgehend voll und ganz dir überlassen). Grammatik und Rechtschreibung hingegen sind Dinge, die Wir uns nicht aussuchen. Leider sind unserer Kreativität hier Grenzen gesetzt und Du und Ich müssen uns an die gegebenen Normen und Reformen halten.
Viel Spaß beim Korrekturlesen!
(Starte besser nicht direkt am nächsten Tag nach Projektbeendigung damit, sondern gönne dir ein wenig Auszeit von deinem Text. Vielleicht eine Woche oder zwei. Dein Gedankenapparat kann dadurch abschalten und Du gewinnst nötige Distanz. – Ich weiß, es wird in den Fingerspitzen kribbeln, aber nimm die Pause wahr. – Danach setzt Du dich an den Text und beginnst zu lesen. Zwei-/dreimal solltest Du selbst nach grammatikalischen, inhaltlichen und stilistischen sowie Rechtschreib- oder Formfehlern suchen und auf Ausdruck, Präzision und Logik/Korrektheit achten. Wichtig: lass dir auch hierbei Zeit und wirf lieber einen Blick zu viel als zu wenig und genauer auf das Geschriebene.)

5. Freunde, Verwandte, Unbekannte

Hast Du deine Korrekturen und Änderungen vorgenommen? Ist der Inhalt wie er sein soll? Beides mit „JA“ beantwortet? Dann beziehe Freunde, Verwandte, Unbekannte mit ein und lass sie über dein Manuskript schauen – korrigieren, lektorieren, etc. Verlange hundertprozentige Ehrlichkeit bei den Meinungen, denn nur so kommst Du voran.
(Unbekannte sind hier die ehrlichsten Ansprechpartner. In Leserforen oder Hobbylektoraten kannst Du im Internet die Meinungen Unbekannter erfragen. Vertraue ihnen jedoch nicht ohne Vorkehrungen dein gesamtes Manuskript an. Durch Probekapitel und/oder Exposés kannst Du auch bereits Meinungen einholen.)

6. Geschick, Gespür, Überzeugungskraft

Ab diesem Punkt wird es nun wirklich spannend. (Für mich leider auch etwas traurig.)
Der Kontakt mit den Verlagen.
Hierfür musst Du herausarbeiten, ob das Manuskript bei den Verlagen deiner Wahl überhaupt in Frage kommt. Auf den jeweiligen Homepages findest Du sowohl Angaben dazu, ob dein Genre in das Verlagsprogramm passt als auch in welcher Form die Manuskripteinsendung jeweils erfolgt. Welches Material dem Verlag zugesendet werden soll, ist von Haus zu Haus unterschiedlich und kann demnach abweichen. Informiere Dich dementsprechend.
(An diesem Punkt ist es bei mir bisher leider gescheitert. Woran genau das liegt, ist schwer zu sagen, da die Absagen – häufig in einer Zeitspanne von 1-5 Monaten – standardisiert erfolgen und keine individuellen Begründungen vorliegen. Was aus der Sicht eines Autors sehr unproduktiv und nichtssagend ist, ist von Seiten der Verlage vollkommen nachvollziehbar. Schade, ist es dennoch. Denn fehlt die Kritik, fehlt die Einsicht. Ja, hier spricht der Autor aus mir.
Es ist wichtig, das richtige Händchen zu zeigen und bei der Auswahl des Einsendungsmaterials das Interesse und die Neugier des Lektor/der Lektorin zu erwecken. Wer hier mit Tipps und Tricks oder Erfahrungen aushelfen kann: Be my guest!)

7. Selbstvertrauen

Sind die Manuskriptunterlagen verschickt, heißt es für Dich WARTEN. Übe dich in Geduld. Solltest Du nach einem halben Jahr noch immer keine Rückmeldung bekommen haben, sieh den Verlag als uninteressiert an deinem Projekt an. Besser Du interpretierst das Ausbleiben der erhofften Zusage selbst als ein NEIN, als Dich an einem mageren womöglich- JA zu klammern. Eine mögliche positive Überraschung wäre doch wohltuender, als anhaltende Ungewissheit.
Sei mit deinen Gedanken nicht ununterbrochen bei den Manuskripten. Will ein Verlag deine Geschichte nicht, kannst Du es weiterhin bei anderen versuchen. Vertraue auf deine Arbeit. Denke an Unsere erste Lektion, die Wir bereits gelernt haben:
Stehe zu Deiner Arbeit und liebe, was Du tust!

8. Überlebenswille

Nein, es ist kein Todesurteil, wenn deine ersten Versuche scheitern. Einen Treffer beim ersten Versuch, landen die wenigsten. Ich greife erneut auf meine absurde Ausgangsmotivik zurück: die Schwangerschaft. Wünscht man sich ein Kind, versucht man es zu bekommen. Beim ersten Versuch ist die Erfolgschance nicht am höchsten. Einzelne Glückspilze schaffen es sofort, aber Du und Ich sind Kämpfer und Wir geben nicht so schnell auf. Irgendwann klappt es schließlich – der Schwangerschaftstest zeigt ein Plus an. Die Freude ist umso größer, je härter man dafür kämpfen musste und je länger man auf den Erfolg warten musste.
Dennoch wünschen Wir alle uns einen schnellen Erfolg. So ist der Mensch. Verwerflich ist dies auch überhaupt nicht. Jetzt wird es allerdings wieder zu philosophisch (Ich neige leider zu Ausschweifungen – versuche mich mit der Zeit zu bessern). Gehörst Du zu den Glücklichen, die umgehend Erfolg haben, dann nimm diesen Punkt ebenso wahr. Willst Du deine Erfolge schließlich fortsetzen, muss Du am Ball bleiben und ebenso dafür arbeiten.
Wer überleben will, muss kämpfen. Wer gewinnen will, muss Stärke beweisen. Egal ob der Erfolg sofort einsetzt oder ausbleibt.
Sei stark! Kämpfe!

9. Ein dickes Fell, festes Schuhwerk

In jeder erdenklichen Lebensweise ein guter Ratschlag. Schaff dir ein dickes Fell an! Kritik wirst du immer erfahren. Übe dich möglichst früh darin. Ein gutes Training bieten dir hierbei die Meinungen derer, die von deiner Arbeit in Schritt 5 kosten durften. Leg ihnen immer wieder ans Herz, die Arbeit neutral und objektiv zu beurteilen und zu bewerten. Frage sie nach Beendigung der Lektüre, ob sie es weiterempfehlen würden, was die Stärken und was die Schwächen deines Textes sind.
Kritik an deinem Schaffen, ist keine Kritik an deiner Person!
(Auch wenn es mancher Rezipient nicht ganz so mit der Trennung beherzigt.) Stell dir vor, wie die Kritiken über dir hineinprasseln werden, wenn Du erst ein Buch veröffentlicht hast. Nicht jeder wird Gefallen an dir und deiner Arbeit finden. Bereite dich darauf vor. Der Verlagslektor wird deine Geschichte auch sicherlich nicht ohne die eine oder andere Änderung, Kürzung oder Streichung abnicken und durchlotsen. Doch auch bei überwiegend positiver Rückmeldung solltest Du stets auf dem Boden der Tatsachen bleiben.
Zieh Dich in jedem Fall entsprechend an!

10. Bescheidenheit

Erste Erfolge verzeichnen bedeutet gleichzeitig einen gewaltigen Egoschub zu erfahren. Natürlich schmeichelt Erfolg. Als Autoren leben Du und Ich von der Gunst unserer Leser. Wir schreiben, um Menschen zu erreichen, zu berühren und/oder zum Nachdenken zu bewegen. Wir leben für und von der Anerkennung der Leser. Doch egal wie groß der Erfolg sein wird, bleib bescheiden. Der Karriereknick kann schneller folgen, als dir lieb ist. Genieße also die Stunden deines Erfolges und nutze sie, um dir ihre Kostbarkeit deutlich zu machen.
Kannst Du als Autor deinen Lebensunterhalt durch deine Texte bestreiten, verdeutliche dir, dass Du zu den wenigen Glücklichen gehörst, die das von sich behaupten können. Nutze dieses Wissen als Mittel, um auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben und ihn nicht unter den Füßen zu verlieren und abzuheben.
Denn Du und Ich, Wir sind kein Stephen King und keine J. K. Rowling und werden es vermutlich auch niemals sein!

Damit haben Du und Ich unsere zweite Lektion gelernt: Der Weg zum Erfolg ist häufig lang und schwer, unvorhersehbar und gnadenlos. Aber erreicht man das Ziel erst einmal, ist es umso kostbarer.

Also immer die Augen auf deinem Weg aufhalten. Vielleicht bietet sich dir eine Chance, die Du nicht hast kommen sehen.
Ein munteres Schaffen!
D. B. Granzow

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